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Kultur „Mehr machen aus dem, was da ist“
Nachrichten Kultur „Mehr machen aus dem, was da ist“
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19:18 16.09.2019
Von Konrad Bockemühl
Prof. Rainer W. Ernst auf dem neuen, von ihm mit inspirierten Kieler Muthesius-Campus. Quelle: Frank Peter
Kiel.

Als er im Frühjahr 2013 nach fünf Jahren sein Amt als Präsident der Muthesius Kunsthochschule abgab, fasste Rainer W. Ernst sein Prinzip schlicht zusammen mit den Worten „Einfach mehr machen aus dem, was da ist“. Da war er fast 70. Und es gab noch vieles, aus dem der „Architekt und Urbanist“ mehr machen wollte. Auch wenn er fünf Jahre lang von seiner Heimatstadt Berlin an die Förde gependelt war, verlor er dabei Kiel nicht aus dem Blick.

Frische Ideen für den neuen Campus

Der Architekt, Stadtplaner und Hochschullehrer war bereits 2007 als Gutachter im Anerkennungsverfahren zur Kunsthochschule beteiligt. Und hinterließ bei einer Zukunftsdiskussion auf dem Kieler Podium nachhaltigen Eindruck. So nachhaltig, dass er ermuntert wurde, sich mit seiner Erfahrung auch als langjähriger Dozent für Städtebau und Raumplanung an der Berliner Hochschule der Künste und nach acht Rektorenjahren an der Kunsthochschule Weißensee, für den präsidialen Posten in Kiel zu bewerben. In diesem Amt setzte er Schwerpunkte mit frischen Ideen für den neuen Muthesius-Campus in der Legienstraße und der Weiterentwicklung der internationalen Ausrichtung der Kunsthochschule sowie der interdisziplinären Kooperation mit den Kieler Exzellenzclustern „Future Ocean“ und „Inflammation at Interfaces“.

Viel Zeit für Visionen

Der Kieler Öffentlichkeit war er durch seine „Lecture Performances“ in Rathaus, Stadtgalerie und Kunsthalle bekannt. Rainer W. Ernst war einer, der sich Zeit für den Diskurs nahm, gern auch in Visionen ausschweifte. Aber er war keiner, der sich darin erschöpfte. Seine Kieler Bilanz zeugte von kreativer Tatkraft und leidenschaftlicher Initiative. Mit der von ihm von 2010 bis 2013 maßgeblich unterstützten künstlerischen Zwischennutzung der ehemaligen Schwimmhalle am Lessingplatz als „Möglichkeitsraum“ schuf er einen Begegnungsort zwischen Kunstschaffenden und Bürgern. In diesen Kontext passt auch sein im Mai 2018 erschienenes Buch „Räumliche Ressourcen – Architektur im Prozess gesellschaftlicher Verantwortung“.

Einsatz für den Kunstunterricht

Ernst brachte sich in verschiedenen Institutionen vom Kieler Kultursenat über den Kunstverein und den BDA in die kulturellen Belange der Kieler Region ein. Ein besonderes Anliegen war ihm, den Kunstunterricht im Land weiterzuentwickeln. Über das mittlerweile verstetigte Projekt „Kunst hoch Schule“ gelang es, Partnerschaften zwischen verschiedenen Schulen im Land und der Kunsthochschule zu etablieren.

"Mit starkem Charakter, hohem Verantwortungsbewusstsein und unerschütterlichem Engagement setzte er sich für Belange von Studierenden genauso wie für die Interessen der gesamten Kunsthochschule ein", würdigte die Muthesius Kunsthochschule gestern.

Mehr über Kultur aus der Region lesen Sie hier auf www.kn-online.de/kultur

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