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Kultur Jeden Tag Silvester: Eine Popband zwischen den Meeren
Nachrichten Kultur Jeden Tag Silvester: Eine Popband zwischen den Meeren
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15:15 06.11.2019
Von Thomas Bunjes
Bekennende Nordlichter: (v. li.) Tom Rieken (Schlagzeug), Niclas Jawinsky (Gitarre), Till Krohn (Bass) und Bertram Ulrich (Gesang und Klavier).
Kiel

Ihr betont, dass auch euer neues Album selbstfinanziert ist. Was schwingt denn da mit? Stolz?

Tom Rieken: Auf jeden Fall Stolz. Wir haben beim dritten Album sogar noch konsequenter den Weg verfolgt und ein eigenes Label gegründet. Ein eigenes Standbein aufgebaut, und das ist schon ein gutes Gefühl.

Steckt in euch ein grundsätzlicher Unabhängigkeitsdrang?

Ein Stück weit schon. Weil wir dadurch künstlerisch sehr frei handeln können.

Empfindet ihr das als eine Art Risiko, finanziell in Vorleistung zu gehen mit so einer Investition in ein neues Album?

Das ist es tatsächlich. Der Vorteil ist bei uns, dass wir nur zum Teil von der Musik leben müssen. Nur Niklas, unser Gitarrist, macht das hauptberuflich, macht nebenbei noch Unterricht und spielt hin und wieder in anderen Projekten.

Seht ihr euch denn noch immer als semiprofessionelle Band oder als professionelle?

Irgendwo dazwischen. Wir versuchen schon, alles auf Profilevel zu fahren. Das gelingt uns, glaube ich, auch. Dass wir im vernünftigen Turnus Alben rausbringen, touren, Festivals spielen und verglichen mit allen, die es hauptberuflich machen, das Tempo mitzugehen. Was manchmal ganz schön anstrengend ist. An mancher Stelle muss man sich dann auch eingestehen, dass es mal einen Tick länger dauert, bis irgendwas passiert.

Mit dem zweiten Album „Geisterjägerstadt“ hattet ihr es 2017 knapp in die Charts geschafft, mit „Zwischen den Meeren“ hat es nicht geklappt. Wie relevant ist dieser Punkt für euch?

Ja, der wird uns von außen schon als sehr relevant zugetragen. So eine Chartspositionierung sagt schon etwas aus über ein gewisses Level, über die Größe einer Band. Weshalb wir das schon wieder angepeilt hatten. Hat uns ehrlich gesagt schon ein bisschen gewurmt.

War denn nun bei euch das dritte Album das schwierigste. Oder das zweite? Oder vielleicht doch das Debüt?

Das erste ist das leichteste für uns gewesen. So ganz naiv, vier Jungs aus Bad Oldesloe machen ’ne Band. Schwierig war tatsächlich die zweite Platte, weil wir da beim Bundesvision Song Contest gespielt haben und aus dem Umfeld den Druck gespürt haben: So, jetzt müsst ihr auch nachlegen. Da kann es schon sein, dass da manchmal die Qualität ein bisschen leidet. Da hätte man rückblickend mit etwas mehr Zeit das eine oder andere noch ein bisschen anders gemacht. Beim dritten jetzt war es ein bisschen leichter, weil wir aus beiden Alben gelernt haben. Wir haben uns auch von unserem langjährigen Produzenten getrennt, was auch eine Art Beziehungsende gleichkam, das war auch ’ne schwere Zeit. Aber wir wollten künstlerisch neue Impulse haben.

„Zwischen den Meeren“ ... wie sehr prägt die regionale Verortung euer Bandimage?

Sehr! Sehr, sehr doll! Wir sind ja echte Nordlichter, wir ticken auch wirklich so, sind sehr heimatverbunden. Auch wenn wir früher mal verstreut gewohnt haben, wohnen wir jetzt wieder alle in der Region Bad Oldesloe.

Spielt ja auch eine Rolle in dem Lied „Kleinstadthelden“. Ist das mehr als eine sentimentale Sehnsucht?

Passt natürlich auch auf uns, aber vom Titel her ist das eher so gemeint: Auch wenn man größer geworden ist, wenn man wieder zusammenkommt mit den alten Freunden, merkt man eigentlich, dass man noch immer genauso ist, wie man früher war.

Wo ist das Video zum Titelsong „Zwischen den Meeren“ entstanden, welcher Strand ist das?

In Mecklenburg-Vorpommern, auf der Insel Poel.

Warum denn nicht bei uns?

Das ist eine gute Frage. Das hat der Regisseur so ausbaldowert, ich war nicht dabei, war aber wohl ein sehr schöner Dreh.

Ihr betont, wie wichtig der Optimismus in euren Liedern ist. Aber in neuen Songs wie „Mein Wort“ oder „Band auf der Titanic“ finden sich melancholische Töne. Ein Widerspruch?

Bertram, unser Sänger, der ja auch viel Songschreiber ist, kommt von einer melancholischen Seite. Das war ja auf dem ersten Album auch noch ein bisschen mehr unser Thema. Aber auf den Live-Konzerten haben wir bei den schnelleren Nummern die Energie im Publikum gespürt, dass die Menschen auch gern auf Konzerte gehen, wenn da eine positive Energie am Ende des Abends steht. Wenn wir keine Band wären und Bertram wär ein Songwriter, würde er wohl à la Philipp Poisel dauerhaft etwas trauriger daherkommen.

Konzert: Freitag, 8. November, 20 Uhr, Pumpe, Haßstr. 22, Kiel. Support: Ohrenpost

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