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Kultur Premiere vom "Gespenst von Canterville"
Nachrichten Kultur Premiere vom "Gespenst von Canterville"
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11:19 22.09.2019
Von Beate Jänicke
Arbeit am Gruselfaktor: (v.li.) Cuyén Biraben, Patricia Windhab, Sebastian Kreuzer, Simon Burghart, Regisseurin Astrid Großgasteiger, Gulshan Sheikh. Quelle: Björn Schaller
Kiel

500 Jahre Schlafdefizit, ein Fluch, der auf ihm lastet und dann auch noch diese nervigen Neuankömmlinge, die an Geister partout nicht glauben wollen. Wie der pragmatische Vater, der, als er vom spukenden Schlossgespenst hört, das immer dann erscheine, wenn ein Mitglied der Familie Canterville sterbe, nur trocken kommentiert: „Wie der Hausarzt.“

Sebastian Kreuzer spielt diesen Mr. Otis als etwas verschusselten Technik-Nerd, der stets latent überfordert ist mit seinen drei Kids. Vor allem mit den Zwillingen Bob und Frederick – Simon Burghart in einer Doppelrolle - die nicht mal ihr Vater auseinanderhalten kann und die als echte Nervensägen jede Szenerie mit ihren Aktionen aufmischen. Selbst das um größtmöglichen Grusel bemühte Gespenst fürchten sie nicht, sondern lauern im ihrerseits in einer der witzigsten Szenen des Stücks mit einem Bettlaken verkleidet auf, so dass der Geist mit seinen Nerven bald zu Fuß ist. „Ein bisschen Respekt und Zähneklappern“, mehr wünscht sich das Gespenst doch gar nicht. Einzig die zurückhaltende englische Haushälterin Mrs. Umney (Cuyén Biraben), die nur bisweilen mit pikierten Blicken auf die ungehobelten Amerikaner reagiert, und Mr. Otis´ Tochter Virginia zeigen Verständnis.

Grusel wird durch Komik gebrochen

Regisseurin Astrid Großgasteiger hat den Geist und das Mädchen Virginia in den Mittelpunkt ihrer vergnüglichen Inszenierung gestellt. Patricia Windhab lacht als Gespenst Sir Simon schon mal laut und dreckig, dazu kracht es und blitzt blau. Wenn er dann aber im nächsten Moment stolpert, wird der Grusel durch Komik gebrochen. Schön zu sehen ist es, wie sich der Geist Stück für Stück öffnet, selbst Gefühle zeigt und seine Sehnsucht nach dem ewigen Schlaf, der für ihn nichts Furchteinflößendes hat. Aus der Reserve gelockt wird er durch Virginia, die Gulshan Sheikh als quirlige Romantikerin zeigt, die von Anfang an die Existenz des Geistes glaubt und viel Verständnis für Sir Simon entwickelt. Selbst als er ihre Tuschkastenfarben stiehlt um seinen 500 Jahre alten Blutfleck immer wieder zu erneuern, den Vater Otis genauso regelmäßig mit einer seiner vielen von ihm erfundenen Maschinen beseitigt.

Stück verhandelt viele Themen kindgerecht

Auf einer kindgerechten Ebene verhandelt das Stück vielerlei Themen: Sowohl Virginia, die ihre Freunde in den USA zurücklassen musste, als auch Sir Simon, der jetzt im eigenen Haus ein Außenseiter ist, sind einsam. Gerade darum entsteht zwischen den beiden Nähe. In der Ausstattung von Karl-Heinz Steck, die mit den bekannten Elementen von Kamin, Ritterrüstung und alten Kostümen liebevoll, aber auch etwas konventionell ausgefallen ist, vollzieht sich diese Annäherung. Ein schöner Einfall der Regie ist es, die Menschen zu Statuen einfrieren zu lassen, sobald das Gespenst erscheint, das sie dann wie Marionetten an Fäden nach seinem Gusto tanzen lässt. Die Sequenz im Zeitraffer, die den Alltag im Schloss in Stummfilm-Manier slaptickhaft bebildert, ist dagegen etwas sehr lang geraten. Als am Ende Virginias Freund, der Geist, erlöst wird, hat sein Tod überhaupt nichts Trauriges und taugt hier wirklich zum Happy End.

Weitere Aufführungen finden am 26. September sowie am 9. und 17. Oktober im Theater im Werftpark statt.

Vor der großen Plakatwand im Foyer der Stadtgalerie kommt er fast ins Staunen. „Toll ist das geworden“, freut sich Ulrich Behl über die kleine Ausstellung, die die Stadtgalerie dem Künstler und Kulturpreisträger aus Kiel zum 80. Geburtstag am Sonntag (22. September) widmet. Anlass für ein Gespräch.

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