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07:00 08.12.2017
Von Ruth Bender
Filmarbeit in der "Garage": Lemonhorse (li.) und Lennart Holzborn. Quelle: Marco Ehrhardt
Kiel

„Da wird dann viel geraucht, viel getrunken und viel geredet. Und irgendwann nachts trennen wir uns wieder.“ Fixpunkt für die Gruppe seit zehn Jahren und der Stoff, aus dem ihre Filme sind: Gespräche über Politik, Beziehungen, Sex und den Sinn des Lebens überhaupt.

Nach dem Erstling Neila (2009) liegt jetzt mit Weinstein der zweite Low-Budget-Langfilm der Filmgruppe Laterna vor. Eine so melancholische wie ironische Geschichte von Männern und Frauen, vom Suchen und Sich-Vorstellen. Mit Männern mit Gehrock oder Groucho-Marx-Schnurrbart und Frauen, die Sartre lesen und das Opernhaus wienern. Kuriose Kopfgeschichten zwischen Realität und Rausch, gedreht zwischen 2012 und 2017. Darin wirft das Traumverlorene der Romantik ebenso seine Schatten wie der frühe Jim Jarmusch mit seinen Geschichten hart am Stillstand und in allen Grautönen.

Die Inspiration fand Lemonhorse in einer Erzählung von Edgar-Allan-Poe, Der Engel des Seltsamen (1844). Den gibt Lemonhorse im Film selbst, als listigen Pennbruder, der mit Hang zu verzwirbelten Sätzen und ein bisschen Himmel-über-Berlin-Engelhaftigkeit der Welt in die Parade fährt. Zum Beispiel, wenn er den titelgebenden Weinstein, der als Armer-Poet-Kopie in einer Gaardener Dachkammer grübelt, auf die Spur der Liebe bringt. Die Liebe zum Analogen eint die Gruppe, die sich nicht umsonst Laterna nennt. „Das Kino ist ein Lichtmedium“, sagen sie. Dazu kommt die Langsamkeit, das Unperfekte des Schmalfilms. „Youtube und Google – das ist die Dekonstruktion des visuellen Erzählens. Der Schmalfilm aber hat seine eigene Wahrheit.“

Filmpremiere im Kieler Studio-Kino, 9. Dezember, 22.45 Uhr.

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