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Kultur Grenzenloser Auftakt mit Diane Hunger
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11:15 24.09.2019
Von Thomas Richter
Als Solistin des Abends brachte die gebürtige Kielerin Diane Hunger mit Heitor Villa-Lobos' „Fantasia Es-Dur für Sopransaxophon und  Orchester mit drei Hörnern“ eine farbensprühende Kostbarkeit mit in ihre alte Heimatstadt. Quelle: hfr (Symbolfoto)
Kiel

Das von seinem Leiter Imre Sallay wieder bestens eingestimmte Kieler Kammerorchester (KKO) brillierte in der Nikolai-Kirche zu Beginn mit Maurice Ravels Orchesterfassung seiner als Hommage an den barocken Cembalo-Komponisten François Couperin konzipierten Klaviersuite „Le Tombeau de Couperin“.

Das Orchester generierte sowohl für die lyrischen Momente als auch für die Dynamik der im Werk anklingenden französischen Tänze des 16. und 17. Jahrhunderts ein sensibel ausbalanciertes, nahezu erzählerisches Klangbild, das stellenweise tatsächlich an klassische Filmmusik erinnerte.

Anspruchsvoll zwischen Kunst- und Volksmusik

Der Entscheidung des Landesmusikrats Schleswig-Holsteins, das Saxofon zum Instrument des Jahres 2019 zu wählen, wurde das KKO dann mit einem ganz besonderen Highlight gerecht. Denn als Solistin des Abends brachte die gebürtige Kielerin Diane Hunger mit Heitor Villa-Lobos' „Fantasia Es-Dur für Sopransaxophon und  Orchester mit drei Hörnern“ eine farbensprühende Kostbarkeit mit in ihre alte Heimatstadt.

Obwohl das 1948 entstandene Stück zu einem der bekanntesten Werke des brasilianischen Komponisten zählt und eindringlich Villa-Lobos Meisterschaft unter Beweis stellt, europäische Kunst- mit brasilianischer Volksmusik zu verbinden, kam es in Kiel zuvor noch nie zur Aufführung. Diesen Fehler korrigierte die aktuell in New York lebende Künstlerin mit ihrem spieltechnisch so anspruchsvollen Instrument, indem sie das Publikum mit Virtuosität und Verve nachhaltig verzückte.

Weil anschließend soviel Beifall durch das Kirchenschiff rauschte, entschloss sich Hunger spontan, mit dem 2. Satz aus Carl Philipp Emanuel Bachs empfindsamer „Flötensonate a-Moll“ noch eine kleine (extra-) feine Solo-Zugabe zu geben.   

Meisterwerk der Wiener Klassik

Den Abschluss des Konzerts bildet ein in all seiner Komplexität und Schönheit schillerndes  Meisterwerk der Wiener Klassik. Joseph Haydns „Sinfonie in Es Dur Nr. 103“, die zu den berühmten „Londoner Sinfonien“ zählt, verwöhnt die Ohren und fordert das Orchester durch hoch elaborierte, kunstvolle Wechsel von Klangfarbe, Stimmungen und Tempi.

Ohne dass die Komposition an Stringenz und Geschlossenheit verliert, können beispielsweise volksliedhaften Melodien nahezu unvermittelt in dramatisch-wuchtige Ausbrüche münden. Auch diesbezüglich zeigte sich das KKO absolut sattelfest und konnte sich über viel verdienten Beifall freuen.

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