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Kultur Stadt der Migranten
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08:31 23.03.2019
Von Sabine Tholund
Gudrun Wassermann hat in Kaliningrad Geschichten von Eingewanderten gesammelt. Quelle: Marco Ehrhardt
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Kiel.

 Einige sind darunter, deren Eltern nach dem Krieg in die russische Exklave Kaliningrad, die bis 1946 Königsberg hieß, „umgesetzt“ wurden, andere kamen nach dem Zerfall der Sowjetunion 1990. Die Kieler Künstlerin, Trägerin des Kunstpreises des Landes Schleswig-Holstein, wurde 1934 in Insterburg geboren und verbrachte ihre ersten zehn Lebensjahre in Ostpreußen. Reisen mit ihren Geschwistern in die Gegend um Kaliningrad in den Jahren 1994 und 2004 weckten in ihr den Wunsch zu erfahren, wie es den heutigen Bewohnern der Region geht, die nach 1946 vollkommen neu besiedelt wurde.

Interviews mit 16 Eingewanderten

Während in den beiden ersten Filmen auch die urbane Umgebung thematisiert wird, besteht Teil 3 vornehmlich aus Interviews mit 16 Eingewanderten.„Ich wollte eine möglichst differenzierte Sicht auf die Migranten zeigen“, so die Filmemacherin, die bei den Gesprächen von einem russischen Dolmetscher begleitet wurde. Familien mit Kindern kommen bei ihr genauso zu Wort, wie eine Wissenschaftlerin, „die auf hohem Niveau“ über Migration berichtet. Gefunden hat sie ihre Interviewpartner mit Unterstützung des National Centers for Contemporary Arts in Kaliningrad.

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50 folgten dem Aufruf, „und alle hatten richtig Lust, zu reden“

Das NCCA startete eine Aufruf im Internet – mit überwältigendem Erfolg. „Ich wollte cicra 15 Menschen befragen – gemeldet hatten sich über fünfzig. Und alle hatten richtig Lust, zu reden.“ Nach der russischen Premiere im Oktober 2018 wird der Film jetzt erstmals in Deutschland gezeigt: am Sonntag um 11 Uhr im Kino der Pumpe.