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Kultur Vielfalt, erstaunlich homogen
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12:38 21.01.2019
Von Sabine Tholund
Hinter Benedict Lübckes Hundeattrappen und Max Balsers Holzarbeit die Studierenden The Blackyards, Anders Prey, Maria Börner, Benedikt Lübcke, Sina Eichhorst, Jan Grollmuß, Christian Kaesler, Juan Blanco und Kalle Spielvogel. Quelle: Björn Schaller
Kiel

 „Aus allen fünf Klassen der Freien Kunst wurden mir je drei Namen genannt, dazu kommt eine Studierende aus der Klasse „Kunst und Lehramt““, so Thomas Judisch, der die jährlich stattfindende Schau im „Schaufenster“ des BBK-Schleswig-Holstein kuratiert, bevor das Ausstellungsprogramm des Berufsverbandes Bildender Künstler beginnt. Judisch ist es gelungen, in den überschaubaren Räumlichkeiten eine sehenswerte Präsentation zusammenzustellen, die trotz der so verschiedenartigen Fachbereichen wie Bildhauerei, Malerei, Grafik, Keramik und Medienkunst erstaunlich homogen erscheint.

Gigantsiches neben kleineren Formaten

Gigantisches wie Max Balsers hölzerner Y-Träger wechselt mit kleineren Formaten, die trotzdem nicht Gefahr laufen, von ihren großen Nachbarn erdrückt zu werden. „Bei meinen Atelierbesuchen in den verschiedenen Klassen habe ich nach formalen und inhaltlichen Überschneidungen gesucht“, erzählt der Kurator, selbst Muthesius-Absolvent.

Gewitztes Spiel mit der „reinen Sprache“

So hat er zum Beispiel die „pseudowissenschaftliche Abteilung“ eingerichtet. Hier spiegeln sich Spuren von Regentropfen in der Oberflächenzeichnung einer Kachel, die Hyojung Yun aus zartem Porzellan gefertigt hat, Sung-Ho Jo aus der Medienklasse treibt ein gewitztes Spiel mit der „reinen Sprache“, in einem Video rätseln zwei Archäologen aus postapokalyptischer Zeit über Sinn und Gebrauchsmöglichkeiten eines Fahrrades.

Auf kleinem Raum bestens inszeniert

Die Alltagswelt ist lose Klammer für ein weiteres Segment, wo sich unter anderem drei fluffige, täuschend echte Hundeattrappen von Benedikt Lübcke vor einem mit Raufasertapete bezogenem Bildträger lümmeln, aus dem Kalle Spielvogel Alltagsgeräusche dringen lässt. In Griffweite hat Andres Enriquez ein Klosett aus Steinzeug aufgebaut, dessen graue Außenhaut farblich wunderbar mit den zarten grafischen Arbeiten ringsum harmoniert. Auf ähnliche Weise sind auch alle anderen Arbeiten auf kleinem Raum bestens inszeniert – Chapeau.

Brunswiker Pavillon, Brunswiker Str. 13. Eröffnung Montag, 21. Januar 2019, 19 Uhr. Bis 10. Februar. Di-Do 10-17, Fr 10-16, Sa/So 11-16 Uhr

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