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Kultur Donovan - Dramaturgisch geschickt
Nachrichten Kultur Donovan - Dramaturgisch geschickt
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09:06 19.06.2018
Von Jörg Meyer
Donovan trat auf der Kieler Woche 2018 auf. Quelle: Thomas Eisenkrätzer (Symbolbild)
Kiel

Auf seiner „The Song Of The Sea“-Tour, deren vorerst letzte Station die Kieler Woche ist, stellt der 72-Jährige die Songs von seinen 1965 erschienenen Alben „Catch The Wind“, „What’s Bin Did And What’s Bin Hid“ und „Fairy Tale“ in den Mittelpunkt. „Catch The Wind“ ist entsprechend der Opener, wobei man sich gleich fragt, was der eingefangene Wind wohl in Donovans Stimme geblasen hat – nämlich ein gewaltiges Vibrato.

Man könnte beim Titelsong meinen, Donovan wolle damit die wirren Winde symbolisieren. Doch dieses gewaltige Vibrato setzt sich fort in der Ballade vom „Little Tin Soldier“ und tut dort dem ohnehin schon Moritaten-Gestus zu viel des Guten.

Verwelkt wirkt das nicht mehr

Es gibt Mutmaßungen im Publikum, ob dieses leiernde Vibrato Stimmschwächen des Gealterten überdecken solle. Aber auch im Welken steckt noch die Farbkraft der vergehenden Blüte, das beweist der fröhlich mitgeklatschte und im Refrain mitgesungene Hit „Colours“. Set-dramaturgisch ist Donovan geschickt, wenn er dieser märchenhaften Liebesgeschichte ganz reale Liebesgedichte folgen lässt – „Jennifer Juniper“ und „Josie“.
Wäre da nicht dieser zunehmend nervende Vibrator in der Stimme, würde man ihm glauben. Das zündet nicht unbedingt. Doch dann kommt Buffy Sainte-Maries „Donna, Donna“, welches durchaus kämpferische Lied erst in Donovans Version zum Hit wurde. Verwelkt wirkt das gar nicht mehr, blüht auf, trotz all der Vibratos.

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