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Kultur Kiels Kunsthallen-Chef Dirk Luckow wechselt an Hamburgs Deichtorhallen
Nachrichten Kultur Kiels Kunsthallen-Chef Dirk Luckow wechselt an Hamburgs Deichtorhallen
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20:19 11.06.2009
Kiel / Hamburg

„Ich war sehr hin und hergerissen“, sagt Dirk Luckow kurz nach der Bestätigung durch den Aufsichtsrat im Telefongespräch. „Ich weiß schließlich, was ich Kiel verdanke und welche Möglichkeiten ich hier hatte.“ Noch größer aber war dann doch der Reiz der neuen Herausforderung; und schließlich seien die Deichtorhallen „ein wunderschönes Haus“. Dazu kommt vielleicht, dass der Kunsthallenchef die architektonischen Möglichkeiten seines Hauses nicht ausgeschöpft sah und - wie schon seine Vorgänger - stets von einer größeren Kunsthalle geträumt hat, die der Marke „Museum am Meer“ entspräche.Luckow, der gebürtige Hamburger, dessen innovative Ausstellungsideen die Kieler Kunsthalle in den vergangenen Jahren immer wieder überregional ins Gespräch brachte, stand seit der überraschenden Absage von Julian Heynen, dem künstlerischen Leiter der „K21 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen“, ganz oben auf der Wunschliste des Deichtorhallen-Aufsichtsrates. „Wir sind wieder im Gespräch“, hatte Luckow schon unmittelbar nach dem Rückzieher von Heynen erklärt. Die Tatsache, dass er für Hamburg die zweite Wahl ist, stört den Direktor offenbar nicht. Er macht allerdings auch deutlich, das er in jedem Fall „für dezidiert künstlerische Inhalte“ stehe und sich nicht zum Manager degradieren lasse, der seine Hauptaufgabe darin versteht, Sponsorengelder für die Deichtorhallen einzuwerben. Genau das, so munkelt man hinter vorgehaltener Hand in Hamburg, soll Julian Heynen, der bereits Etat-Erhöhungen und personelle Verstärkung für die Deichtorhallen ausgehandelt hatte, bewegt haben, in letzter Minute das Handtuch zu werfen. „Mehr Mittel zu besorgen gehört heute zu den Hauptaufgaben eines Leiters“, hatte F.C. Gundlach, der Gründungsdirektor des Hauses der Fotografie in den Deichtorhallen zuvor erklärt.Dass Luckow dafür ein Händchen hat, hat er an der nicht finanziell gerade üppig ausgestatteten Kieler Kunsthalle bewiesen. Den 50-Jährigen, der an der Freien Universität Berlin im Fach Kunstgeschichte promovierte und später am Guggenheim-Museum New York, am Württembergischem Kunstverein in Stuttgart und vor seinem Start in Kiel als Projektleiter des Kunstförderungsprogramms der Siemens AG arbeitete, erwartet in jedem Fall eine tolle Herausforderung - und kein leichter Job. Die in ihrer Größe einzigartigen Deichtorhallen sind seit ihrer Gründung chronisch unterfinanziert, die Umwidmung der südlichen Halle zum „Internationalen Haus der Fotografie“ birgt überdies erhebliches Konfliktpotenzial. Fotograf Gundlach sieht hier mit Recht die Krönung seines Lebenswerkes und hat sich ein Veto-Recht in personellen Fragen ausbedungen. Vergangenes Jahr versuchte er auf diesem Weg Robert Fleck los zu werden. „Als die Kulturbehörde vergangenes Jahr meinen Vertrag verlängern wollte, hat Gundlach von seinem Veto-Recht Gebrauch gemacht“, verriet der ehemalige Deichtorhallen-Chef in der Kunstzeitung jüngst. „Im Aufsichtsrat wurde dann der Kompromiss ausgehandelt, dass Hans-Michael Koetzle (Mitkurator der großen Gundlach-Werkschau in den Deichtorhallen, Anm.d.R.) in die Programmsitzungen des Hauses der Photographie geht und dort auch Veto-Recht hat.“ Mittlerweile ist Fleck Chef der Bundeskunsthalle in Bonn und der Knebelvertrag wieder vom Tisch. Denn darauf hätte sich zweifellos auch Dirk Luckow nicht eingelassen.Kultursenatorin Karin von Welck ist derweil überzeugt, dass der Neue den „Erfolgskurs der Deichtorhallen“ fortsetzen wird. „Mit seinen innovativen Ausstellungsideen hat er die Kunsthalle zu Kiel zu einem besonderen Ort der Kunst gemacht“, so von Welck, die Luckow als „in Künstlerkreisen ausgesprochen gut vernetzt“ charakterisierte. Luckow selbst will sich jetzt erst mal auf die Hamburger Kunstwelt einstellen: „Die ticken ganz anders.“ Und der Blick zurück nach Kiel? Den sieht er durchaus optimistisch: „Die Kunsthalle hat eine gute Ausgangsposition, einen guten Nachfolger zu finden“, sagt er, „und wir werden dem Haus verbunden bleiben.“ Und dann hat er doch noch einen Wunsch vor dem Abschied: „Die Eingangssituation, für deren Sanierung das Land gerade 500000 Euro bewilligt hat, die muss wirklich gut werden. Offen zum Wasser und zu den Besuchern hin. Und dazu brauchen wir einen Architektenwettbewerb.“

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