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Kultur Gerade noch mal gut gegangen
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09:00 19.01.2019
Von Ruth Bender
Im Metro-Kino führt Spielbergs "Die Verlegerin" die Erfolgsliste an. Quelle: dpa / Universal
Kiel

Die Welle, das ist nach Angaben der FFA ein Besucherminus von bundesweit gut 15 Prozent. Was die Internet-Marktforschungsfirma Comscore Anfang Januar mit einer Gesamtbesucherzahl von 95,9 Millionen im Jahr 2018 (2017: 122,3 Mio) bestätigte. Den langen Ausnahmesommer, aber auch das Angebot und die Verteilung der Filme machen die Kinomacher unisono für den Zuschauereinbruch verantwortlich.

Die Hollywood-Hits haben gefehlt

„Das lag auch den fehlenden großen Hollywood-Hits wie James Bond oder Star Wars. Die locken im Idealfall acht bis zehn Millionen Zuschauer – davon haben wir eine Handvoll im Jahr, die fehlten 2018 in der Höhe und Anzahl leider“, sagt Jan-Per Sellmer, Kinoleiter im Cinemaxx.

Solche Kassenhits haben auch im Metro-Kino gefehlt, sagt Geschäftsführer Thomas Lüdtke: „Aber dann gibt es so einen Arthaus-Film wie Spielbergs Die Verlegerin, der läuft zwölf Wochen und wird bei uns der erfolgreichste Film des Jahres.“ Ein Minus von drei Prozent kann Lüdtke verschmerzen: „Es ist gerade noch mal gut gegangen.“

Mit Bandbreite gegen den Trend

„Hätte man uns im September gefragt, wie das Jahr gelaufen ist, hätten wir wohl angefangen zu weinen“, sagt Matthias Ehr vom Studio-Kino. „Aber ab Mitte Oktober haben die Filme wieder gezogen“, ergänzt Geschäftspartner Dennis Jahnke, „außerdem folgt unser Konzept den allgmeinen Schwankungen nicht so sehr.“ Dabei hilft nach eigener Einschätzung das breite Angebot, vom Blockbuster bis zur Konzertübertragung der Berliner Philharmoniker.

Solche Überlegungen passen zu den Zahlen der AG Kino – Gilde deutscher Filmkunsttheater, zu der auch Traumkino und das Kino in der Pumpe gehören. Die beklagt zwar ebenfalls einen bundesweiten Besucherrückgang von acht Prozent, hat sich aber mit 17,3 Millionen Besuchern in über 300 Häusern auch einen Marktanteil von gut 18 Prozent erobert.

Der große Film gehört auf die große Leinwand

„Kino ist ein sehr wechselhaftes Geschäft“, sagt Andreas Steffens vom Traum Kino, „mal reißt ein Film die Zahlen in die Höhe. Dann geht es abwärts und es herrscht Untergangsstimmung.“ Das Angebot von PayTV und Streaming-Diensten wie Netflix und Amazon finden die Kinomacher in dem Zusammenhang weniger bedrohlich. „Ich denke, das läuft nebeneinander“, sagt Steffens.

Und Sellmer sagt: „Das jemand Netflix nutzt, heißt nicht, dass er nicht ins Kino geht. Einen bildgewaltigen Film wie Star Wars willst du einfach auf der großen Leinwand und mit Maximum-Sound sehen.“

Das Problem sieht er weniger in den Nutzern als in der Distribution durch die Produktionsfirmen: „Wenn die das Gefühl haben, dass sie über Streaming-Dienste schneller und günstiger Zuschauer erreichen, dann stellt sich die Frage, ob dem Kinomarkt Filme vorenthalten werden, die den Auftritt auf der großen Leinwand verdient hätten.“

Das waren 2018 die Top 3 in Kiels Kinos

Das waren die Spitzenreiter in Kiels Kinos im vergangenen Jahr.

Metro-Kino 

1. Die Verlegerin 

2. 25 kmh

3. Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen

Cinemaxx

1. Avengers: Infinity War

2. Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen

3. Fifty Shades of Grey – Befreite Lust

Kino in der Pumpe

1. Ich habe Kiel zu erzählen

2. Peter von Danzig

3. Following Habeck

Traum Kino

1. Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

2. Loving Vincent

3. Gundermann

Studio

1. Der Vorname

2. Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen

3. Bohemian Rhapsody

Einen Kommentar zum Thema finden Sie hier.

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