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Kultur Programmkinos ziehen Bilanz: Das waren die beliebtesten Filme 2019
Nachrichten Kultur Programmkinos ziehen Bilanz: Das waren die beliebtesten Filme 2019
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11:40 17.01.2020
Von Ruth Bender
Im Kino in der Pumpe wurde der Dokumentarfilm "Ich habe Kiel zu erzählen" zum Publikumsrenner. Quelle: Grote/Boczek
Kiel

Im Metro-Kino zog mit Das perfekte Geheimnis, Deutschstunde und Der Fall Collini ein Trio von deutschen Produktionen die meisten Besucher an. Im Traum Kino waren es die preisgekrönten Arthouse-Filme wie Oscar-Abräumer Green Book und gerade die koreanische Tragikomödie Parasite, die in Cannes schon die Goldene Palme einsammelte und nun für den Auslands-Oscar nominiert ist. Und im Kino in der Pumpe wurde Ich habe Kiel zu erzählen zum erfolgreichsten Film ebendort überhaupt.

Von Kinovorlieben und Besucherströmen

So erzählen die Titel auch von ganz unterschiedlichen Kinovorlieben und Besucherströmen. Was aber die Programmkinos in Kiel und Umgebung eint, ist – nach einem schwierigen Kinojahr 2018 – die Steigerung der Besucherzahlen 2019. Rund 19 Millionen Tickets wurden im vergangenen Jahr bundesweit in rund 370 Kinos verkauft, so der Verband AG Kino – Gilde deutscher Filmkunsttheater, rund zehn Prozent mehr als im Jahr davor. Auch der Umsatz stieg nach Verbandsangaben um zwölf Prozent auf 160 Millionen Euro. Insgesamt konnte der deutsche Kinomarkt (also zusammen mit den Multiplexen) nach Angaben der Marktforschungsagentur Comscore mit gut 109 Millionen Besuchern sogar ein Plus von 14,4 Prozent verzeichnen.

„Für uns sind die Zahlen sehr erfreulich“, sagte AG Kino-Verbandschef Christian Bräuer. Was von Kiels Kinomachern nur bestätigt wird. Eine Steigerung von rund 13 Prozent meldet Thomas Lüdtke, Geschäftsführer im Metro-Kino und erklärt den Erfolg ganz lapidar mit der Auswahl der „richtigen Filme für unser Publikum“.

"Green Book" und "Der Junge muss an die frische Luft"

Traum Kino und Studio können auf 14 beziehungsweise 15 Prozent verweisen, was Andreas Steffens (Traum GmbH) wie auch die Studio-Betreiber Dennis Jahnke und Matthias Ehr auf das „sehr starke“ Arthaus-Angebot zurückführen. Besonders viel Publikum zog das Drama Green Book (s.o.) an. Erfolgreichster deutscher Film in den Programmkinos war Charlotte Links Tragikomödie Der Junge muss an die frische Luft über die Kindheit von Hape Kerkeling. Aber auch die Comicverfilmung Joker, Quentin Tarantinos Once Upon A Time ... In Hollywood und das deutsche Drama Systemsprenger landeten weit oben in den Arthaus-Charts.

„Ein gutes Jahr für Programmkinos“, sagt auch Lars Baumgart vom Kinoverein Savoy in Bordesholm. „Die großen Renner hatten wir gleich zu Anfang des Jahres“: Bohemian Rhapsody, Der Junge muss an die frische Luft und die Komödie 25 km/h. Für das Besucherplus von um die 25 Prozent, so vermutet Baumgart, sei auch ein gesteigertes Interesse im Umland verantwortlich. Das passt zu den Angaben der AG Kino: „Es zeigt: Wenn starke Filme da sind, funktioniert der Kinomarkt“, so Bräuer. Im vergangenen Jahr habe es bessere Filme gegeben als zuvor. Was unsere Umfrage in Kiel und Umgebung bestätigt. Der Erfolg betrifft vor allem die internationalen Produktionen; bei deutschen Filmen, die im Metro so erfolgreich waren, gibt es insgesamt noch Luft nach oben.

Interesse an der Geschichte Kiels

Aus dem Rahmen fällt das Kino in der Pumpe. Einen 25-prozentigen Zuwachs an Kinogästen hat Kinoleiter Eckhard Pabst 2019 verzeichnen können. Der verdankte sich zu einem großen Teil des langen Einsatzes des Kieler Films Ich habe Kiel zu erzählen von Oliver Boczek und Gerald Grote. „Die Attraktivität liegt hier vor allem auf dem lokalen Charakter. Ziehen wir von unserem Jahresergebnis den Erfolgsfilm Ich habe Kiel zu erzählen ab, war 2019 für uns ein ganz normales Kinojahr“, so Pabst, „die Menschen interessieren sich für die Geschichte ihrer Stadt, die dann ihre eigene Geschichte widerspiegelt. Hinzu kommt, dass die beiden Filmemacher auch in sehr vielen Veranstaltungen anwesend waren und mit den Gästen über den Film diskutierten.“

Darin entdeckt Pabst aber auch eine Veränderung im Kinoerlebnis: „Wir müssen für jeden einzelnen Film und jede Veranstaltung viel mehr Aufwand betreiben – auch wenn wir kein „Event“-Kino sind, spüren auch wir, dass die „Eventisierung“ des Programms zum Standard wird.“

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