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Kultur „Kirschblüten & Dämonen“: Geister der Vergangenheit
Nachrichten Kultur „Kirschblüten & Dämonen“: Geister der Vergangenheit
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08:00 06.03.2019
Sucht Versöhnung: Karl (Golo Euler). Quelle: Constantin
Hannover

In „Kirschblüten – Hanami“ erzählte Doris Dörrie 2008 die Geschichte des sterbenskranken Rudi (Elmar Wepper), der nach dem überraschenden Tod seiner Frau Trudi (Hannelore Elsner) auf den Spuren ihrer Träume nach Japan reist. Sein in Tokio arbeitender Sohn Karl (Maximilian Brückner) hat jedoch keine Zeit für ihn. Der Witwer freundet sich mit der jungen Yu (Aya Irizuki) an und reist mit ihr zum heiligen Berg Fuji, wo er schließlich stirbt. Mehr als eine Million Zuschauer wollten das bewegende Drama bei uns sehen.

In Dörries zehn Jahre später spielenden Nachfolgefilm steht der aus Japan in seine bayerische Heimat zurückgekehrte und nun von Golo Euler verkörperte Karl im Zentrum. Betrunken platzt Karl mit einer Panda-Maske in die Kindergeburtstagsfeier seiner Tochter – und wird von seiner Ex gleich wieder rausgeworfen. Dann taucht überraschend Yu bei ihm auf. Gemeinsam fahren sie zu dem leerstehenden Haus, in dem er einst mit seinen Eltern und seinen zerstrittenen Geschwistern Klaus und Karoline (Felix Eitner, Birgit Minichmayr) lebte. Alte Erinnerungen kommen hoch.

Die Story wurzelt tief im japanischen Aberglauben

Die titelgebenden Dämonen erscheinen dem unglücklichen Karl zuhauf. Die Gespenster der Vergangenheit zerren an ihm wie der ganz gegenwärtige Teufel Alkohol. Dabei wird eines klar: Karl muss sich aussöhnen – mit sich selbst und posthum mit seinen Eltern.

Die Story wurzelt tief im japanischen Geisterglauben. Wer dafür kein Faible hat, bleibt ziemlich außen vor. Der Handlung dieses wilden Mixes aus Familiendrama, Romanze, Vergangenheitsbewältigung und Gespensterfilm ist zeitweilig schwer zu folgen – auch weil sich hier Traum, Realität und Imagination kaum voneinander unterscheiden lassen. So ist „Kirschblüten & Dämonen“ nicht nur Doris Dörries vielleicht bislang japanischster Film, sondern auch ihr am schwersten zugänglicher.

Von Jörg Brandes / RND

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