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Kultur Kodderschnauze und echte Sehnsucht:<br> Ina Müller in Kiel
Nachrichten Kultur Kodderschnauze und echte Sehnsucht:<br> Ina Müller in Kiel
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17:52 21.12.2008
Kiel

Inas immer wieder besungenes Liebesleid in ihrem Programm

Liebe macht taub scheint sich zu bewahrheiten. Ebenso, dass Männer eben so sind, wie sie in Inas Liedern vorkommen: Wenn's drauf ankommt, kann frau sich nicht auf sie verlassen, sondern ist verlassen. Männer, die im Verlauf einer Beziehung vom knackigen Typus "Mark" zum gewöhnlich bräsigen "Jens" konvertieren, so dass Inas lyrisches Ich wehmütig "Männer immer noch in Mark umrechnet". Womit Ina Müller erneut die Währung benennt, die schon ihr Vorgängeralbum "Weiblich, ledig, 40" in klingende Liedermünze verwandelte. In der Kleinkunst von Frauen nennt man derlei abschätzig "Problemzonenkabarett" und trifft damit den Nagel hier nur deshalb auf den Kopf, weil Ina dazu Lied um Lied den Hammer bietet.

Eine Koketterie, die sich nicht nur in Zeilen wie "lieber Orangenhaut als gar kein Profil" äußert, auch in den auf Comedy gebürsteten Moderationen, wo Ina allzu umfänglich mit ihrer angeblichen Nicht-mehr-Attraktivität kurz vor dem Altersheim spielt. Die "alte, kranke Frau", wie sie sich ironisch, aber doch ein wenig zu nah an der Bühnenfigur schimpft, hat zwar gerade einen Katarrh überwunden, der sich nach knapp drei Stunden Konzert merklich zurückmeldet, doch stimmlich wie von der Bühnenpräsenz her bleibt sie die Rampensau und Powerfrau, für die ihr Bewunderung und die Liebe des Kieler Publikums, das drei Zugaben fordert, gebührt.

(Liebes-)Wehleiden auf hohem Niveau also, das nicht müde wird, liederlich auf der Geschlechterdifferenz herumzureiten, für die Texter Frank Ramond etwa bei Annett Louisan allerdings schon manch pointiertere als bloß pointenreiche Wortspiele gefunden hat. Auch musikalisch bleiben Ina und ihre siebenköpfige Band ganz auf dem von Reggae, Chacha und zuweilen etwas gewolltem Gitarren-Rock gemusterten Pop-Teppich. Freilich, Ina ist keine Intellektuelle, will es gar nicht sein, schlüpft vielmehr gern in die Rolle des schnoddrigen Bauernmädels vom hiesigen Dorfe - und entfaltet darin übrigens eine ganz eigene Erotik. Indes hätte sie Zeug zu mehr, wie die Blaulicht-Songs in ihrem Programm beweisen. Wenn das Bühnenlicht auf "Blues" gedimmt wird, die Instrumente leiser spielen und auch Ina mal nicht volles Stimmrohr gibt, treten wahre Sehnsucht und balladeske Stimmungen zutage. "Ich glaub', ich bin 'n bischen dazwischen", singt sie und erzeugt rührende Augenblicke, in denen man ihr das Liebesleid abnimmt, ja, ehrlich mitleidet, weil es nicht orangen-, sondern dünnhäutig ist.

Schade, dass sich gleich darauf die Kodderschnauze zurückmeldet. Vielleicht ist Paul ja gerade deshalb in der Pause geflohen (obwohl er hernach noch einmal zurückkommt), getreu einer Zeile aus Inas lieblicheren Liedern: "Du brauchst keinen Grund zu gehen, wenn du keinen mehr hast, zu bleiben."

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