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Kultur Kai Magnus Sting: Omma und die Anderen
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18:46 05.03.2020
Von Thomas Bunjes
Mit Verve und des Öfteren mit gespieltem Furor: Komiker Kai Magnus Sting. Quelle: Björn Schaller
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Kiel

Auch der unter älteren Komikern thematisch geradezu grassierende Clash von Alt und Jung inklusive Tücken moderner Technik nimmt breiten Raum ein und – bei einem Humoristen aus dem Ruhrpott selbstverständlich unverzichtbar – die stets kauzige „Omma“ als üppig sprudelnder Quell von Sprüchen und Anekdoten.

Mit Verve und gespieltem Furor

Aber Kai Magnus Sting ist ein Guter. Und deshalb ist das, was der 42-jährige Kabarettist mit Verve und nicht selten mit gespieltem Furor stimmlich gepresst ins Publikum fegt, fast immer witzig und pointiert. Vorgestern sei er in Eschweiler gewesen, erzählt Sting und röchelt schniefig. „Das ist bei Heinsberg – aber ich hab’ Heuschnupfen.“ Außerdem desinfiziere er sich, habe Sonnabend geduscht. Ein Gag mit aktuellem Bezug als Köder zu Beginn – klassisch.

Rhetorische Fragen als Stilmittel

„Kennen Sie das?“ Kai Magnus Sting fragt das häufig. Dass die Ärzte jünger werden als man selbst? Dass einem Eselsbrücken einfallen, aber nicht mehr, wofür sie stehen? Ganz im Dienste des Publikumsbezugs. Wie auch die rhetorischen Fragen mit simulierter Erinnerungslücke: „Wie heißt noch diese blonde Hupfdohle, die sich immer so über die Bühne schmeißen lässt?“ Pause. Sting patscht sich an die Stirn: „Helene Fischer!“

Eine möchte nicht drankommen

Hinten im Publikum sitzt eine Zuschauerin, die aus Bochum nach Kiel gezogen ist. „Soll ich Sie nachher mitnehmen?“, fragt der Kabarettist, der in Duisburg lebt. „Ich möchte nicht drankommen“, sagt die Frau freundlich, doch ein wenig Sorge schwingt mit, „ich will zuhören.“ Und wird erhört.

Tücken der Kaffeebestellung

Einfach ’nen Becher Kaffee oder gar ein Kännchen („Googeln Sie das mal oder rufen Sie Ihre Eltern an“) bei der jungen Starbucks-Tresenkraft ordern. Praktisch unmöglich sei das. „So ’ne gute deutsche Bohne, einmal durch den Filter geschossen.“ Schon seine Omma habe früher gesagt: Ich versteh’ die Welt nicht mehr. „Ich bin so intolerant“, kalauert Sting, „ich brauch’ keine Laktose.“

Aus dem Privatleben

Privates breitet Sting flächig aus für sein Publikum. Berichtet über seine „ständige Begleiterin“, die „laut gucken“ könne. Auch im heimischen Deko-Wahn, bis man nicht mehr aus den Fenstern schauen könne. Oder diese „Mimumö“, die habe jeder. Mit-muss-Möbel, die dann etwa zu Wanderkommoden mutierten, überall durchs Haus, aber nirgendwo hinpassten. „Auch ein Zimmer braucht seinen Raum“, mahnt Sting.

Mag ich, mag ich nicht

Fisch möge er nicht, verrät er. Noch schlimmer als Fisch sei Fisch in Dillsoße. Oder Dicke Bohnen, bah! Graupensuppe, widerlich! Oder damals in Ommas Etagere (Sting spricht das deutsch aus, mit Betonung auf „ta“), die trockenen Butterkekse („Es gab eine Verpuffung, wenn man die zerbrach“) und oben dann die weichen Schoko-Mint-Täfelchen. „Ekelhaft!“ Lecker dagegen: Blumenkohl, möglichst noch paniert. Und natürlich Currywurst/Pommes.

Der spezielle Humor von Komikern

Komiker hätten prinzipiell einen eigenartigen Humor, erzählt Sting. Sein Lieblingswitz seit Jahren sei folgender: „Herr Doktor, ich kann meine Beine nicht mehr fühlen.“ – „Kein Wunder, wir haben ja die Arme amputiert.“ Glatt wegschmeißen könne er sich da. Und mit seiner Lieblings-Top-News aus dem vergangenen Jahr hält Sting auch nicht hinterm Berg: „Auch Männer ohne Hoden dürfen jetzt zur Polizei.“ Da habe er sich gefragt: Darf man die noch Bullen nennen?

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