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Kultur Konrad Bockemühl zur SHMF-Bilanz
Nachrichten Kultur Konrad Bockemühl zur SHMF-Bilanz
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21:49 24.08.2018
Von Konrad Bockemühl
Konrad Bockemühl Quelle: Ulf Dahl
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Kiel

Das macht den Reiz der Komponistenretrospektive im SHMF aus. Sie beglückt das Publikum, aber sie fordert (und bildet) es auch. Das Grundvertrauen in das SHMF weckt die Neugier. So kann Jonas Kaufmann spielend auch mit eher ausgefallenen französischen Arien Neumünsters Holstenhalle füllen – während er mit eingängigen italienischen Arien das weit mehr zahlende Publikum auf Berlins Waldbühne umschmeichelt.

Das Musik Festival ist mittlerweile erfolgsverwöhnt. Aber es ruht sich nicht auf seinen Lorbeeren aus, sondern nutzt in geschickter Balance Vertrauen für mehr oder weniger gewagte Experimente, außergewöhnliche Formate und genreübergreifende Exkurse. Ein klares Profil ist im crescendierenden Konzert sommerlicher Festivals auch überlebensnotwendig – im Kleinen gilt das übrigens auch für die ländlichen Musikfeste, wo Ambiente längst nicht mehr der einzige Anspruch ist.

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Das alles ist eine solide Basis. Darauf lassen sich leichte Schwankungen gut verkraften. Etwa, wenn es um die Ausstrahlung des Porträtsolisten geht, wenn mal gar zu kühn geluustert wird – oder wenn die Elbphilharmonie irgendwann einmal kein Selbstgänger (und Quotenbringer) mehr sein sollte. Dieses 33. Festivaljahr hat gezeigt, dass in Schleswig-Holstein noch ganz schön viel vom Spirit Leonard Bernsteins erhalten ist: lebensfroh, unberechenbar, mitreißend kreativ.