Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Kultur Land gibt sich großzügig
Nachrichten Kultur Land gibt sich großzügig
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:01 02.05.2018
Von Konrad Bockemühl
Foto: Das Kieler Schloss und sein Konzertsaal: Die Zeit für die Sanierung drängt.
Das Kieler Schloss und sein Konzertsaal: Die Zeit für die Sanierung drängt. Quelle: Ulf Dahl
Anzeige
Kiel

Kämpfer schlug gegenüber den Ratsfraktionen vor, den Konzertsaal von den derzeitigen Eigentümern zeitnah zu übernehmen, um die Sanierungsplanung zu beginnen. Im selben Schritt strebt er eine zeitlich befristete, verbindliche Kaufoption für das gesamte Schlossareal an, nachdem sich private Interessenten zurückgezogen hatten.

Die Sanierung ist überfällig

Alle Beteiligten wissen, dass die Zeit drängt. Die im Dezember 2016 auf rund 24,5 Millionen Euro bezifferte Sanierung muss angesichts eines Planungsvorlaufes von mindestens eineinhalb Jahren endlich konkret eingeleitet werden. Und die Kosten dürften sich mittlerweile erhöht haben. Um das aufzufangen, sei das Land mit 50 Prozent dabei, hieß es gestern. Insgesamt stehe das Land „ohne Wenn und Aber“ zu seinem bislang auf ein Drittel fixierten Beitrag – zugleich wird die Stadt ermahnt, ihre Zusage einzulösen, jenseits des städtischen auch das letzte Drittel, den „privaten“ Kostenanteil von acht Millionen Euro, einzuwerben. Nach aktuellem Stand, so das Land, könne die auf einen Zeitraum von zwei Jahren veranschlagte Sanierung frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2020 starten.

Kaufoption für das gesamte Schlossareal

Weil der Veranstaltungsbetrieb derzeit nur bis Mitte 2019 sichergestellt ist, Veranstalter bis hin zum SHMF Planungssicherheit brauchen und die derzeitigen Eigentümer überdies Klarheit fordern, würde Oberbürgermeister Ulf Kämpfer gerne möglichst schnell den Konzertsaal zum Symbolpreis von 1 Euro übernehmen. Dann kann die Sanierung geplant werden. Parallel möchte Kämpfer über die Kaufoption erreichen, dass die Stadt in den nächsten Monaten in Ruhe prüfen kann, ob ein Erwerb der Gesamtimmobilie Schloss mit Hauptgebäude, Rantzaubau und Tiefgarage sinnvoll ist. Dafür müssen Rentabilität und Risiken ausgelotet werden, muss Sanierungsbedarf gründlich erkundet werden – aktuell sind offenbar Brandschutzauflagen zu erfüllen und statische Probleme in der Tiefgarage zu lösen. Die Kaufoption gebe auch Luft, ein Nutzungskonzept, etwa für ein Kongress- und Tagungszentrum im Schloss, zu diskutieren. Als Kaufpreis sind nach wie vor rund 4,1 Millionen Euro im Gespräch – das Land will sich an diesem Vorhaben nach derzeitigem Stand nicht beteiligen.

Interimsspielstätte als drängendes Thema

Es will den Konzertsaal mit seiner landesweiten Bedeutung auch als Spielstätte des Schleswig-Holstein Musik Festivals langfristig erhalten und sichern, betonte Ministerpräsident Daniel Günther. Für den Oberbürgermeister ist neben der Verlängerung des Spielbetriebes, auch mit städtischer Defizit-Beteiligung, die Problematik einer Interimsspielstätte – eine weiteres drängendes Thema.