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Kultur Über den eigenen Tellerrand hinaus
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11:25 28.03.2014
Von Jörg Meyer
Die Kultur-Rausch-Intendanten Kai Hellebrandt (li.) und Ralph Müller. Quelle: Meyer
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Kiel

Das ist der Versuch, den Kultur-Rausch noch mehr ins Zentrum des Kieler Kulturinteresses zu bringen. „Im April hat das Semester wieder begonnen“, weiß Kai Hellebrandt, neben dem Vorsitzenden Lothar Bock und Werbefachmann Ralph Müller im Planungsteam des Kultur-Rauschs. „Für Studenten, die im Wintersemester ihr Studium begonnen und sich jetzt einigermaßen eingelebt haben, die Gelegenheit, Kiel von seiner kulturellen Schokoladenseite kennenzulernen.“ Das studentische Publikum als eine der Zielgruppen sei im März noch in den Semsterfereien, also häufig nicht in der Stadt gewesen, begründet Hellebrandt den Monatswechsel. In den April fielen nun zwar die Osterferien, aber ob sich dies positiv oder negativ auf den Besucherzustrom auswirke, sei ohnehin schwer abzuschätzen.

 „15 Clubs, 30 Veranstaltungen“ fasst Ralph Müller das im April noch frühlingsrauschendere Kulturangebot bündig zusammen. Natürlich möchten die beiden keine der Veranstaltungen besonders hervorheben, das gebiete die Gleichberechtigung aller 15 beteiligten Veranstalter. „Es sind alles Highlights“, lacht Hellebrandt. Gemeinsames Ansinnen der am Kultur-Rausch beteiligten sei es aber, nicht nur die Clubs mit ihrem je eigenen Veranstaltungsspektrum bekannter zu machen, sondern auch „Unbekannteres oder nur selten zu Hörendes in den Fokus zu rücken“. Überdies sei der Kultur-Rausch ein „Plädoyer für die Live-Kultur in Zeiten medialer Überflutung“. Gerade jüngeren Zuhörern müsse man wieder zeigen, dass Kultur nicht nur auf dem Smartphone bei Youtube und Co. stattfinde und dass ein Live-Konzert ein davon nicht einholbares Erlebnis sei.

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 „Da sind die Zeiten wirklich schwieriger geworden“, weiß Hellebrandt und will daher auch den „Kulturbegriff weiter fassen“. Schon seit langem macht der Kultur-Rausch deutlich, dass auch DJing und Clubbing zur Kultur gehören. Bewusst hat man daher die erst im Dezember (in den Räumen des ehemaligen tamen-T) eröffnete Villa Klub mit in den Reigen aufgenommen, denn hier „verschmelzen DJing und Design zu einem kulturellen Gesamterlebnis“. Auch das Pogue Mahone in der Bergstraße ist erstmals dabei. Dort kann man nicht nur im Pub sein Bier trinken, sondern über das ganze Jahr kleinen, feinen Live-Konzerten lauschen. Der dritte der neu hinzukommenden Clubs ist die Mausefalle im CAP. „Mancher mag darüber die Nase rümpfen“, nimmt Hellebrandt solches vorweg – um es sofort zu entkräften: „Auch in dieser Disco werden eben nicht bloß Chart-Hits heruntergeorgelt. Wer jedes Wochenende konstant viele Menschen begeistert, gehört in den Kultur-Rausch.“

 Hart sind die Zeiten nach wie vor, Sponsoren für den Kultur-Rausch zu finden. Umso mehr freut sich das Team, neben unserer Zeitung als Medienpartner und Bacardi, Carlsberg und Mio Mio Mate als Getränkesponsoren als Hauptsponsor KielNET gewonnen zu haben. „Ein Kieler Unternehmen, offen für Kultur und Kommunikation, besser kann es kaum passen“, freut sich Ralph Müller.

 So konnte das Team in enger Zusammenarbeit mit den Veranstaltern wieder ein abwechslungsreiches Programm zusammenstellen, das insofern „rauscht“ als es „über den je eigenen Tellerrand schaut und Neugier auf Neues weckt“ – jetzt noch frühlingsfrischer im April.