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Kultur Kulturtipps online: The Detectorists, Netztheater Festival, Landestheater
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Kulturtipps online: The Detectorists, Netztheater Festival, Landestheater

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19:38 15.04.2021
Von Ruth Bender
Frau mit Stimme und Gitarre: Anna Calvi, hier 2018 beim Rolling Stone Weekender am Weißenhäuser Strand, ist auf Arte in einer Aufzeichnung aus Paris zu hören.
Frau mit Stimme und Gitarre: Anna Calvi, hier 2018 beim Rolling Stone Weekender am Weißenhäuser Strand, ist auf Arte in einer Aufzeichnung aus Paris zu hören. Quelle: Manuel Weber
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Fehlt Ihnen das auch so, Konzerte, in denen die Musik sich direkt im Raum entfaltet, ihn fühlt, dann in den Körper geht und in den Kopf? Weil daran derzeit kaum zu denken ist, lohnt der Besuch bei Arte Concert. Kurzentschlossenen sei noch eben, bevor die Aufzeichnung nach dem 17. April aus der Mediathek verschwindet, die grandiose Anna Calvi empfohlen. Die britische Sängerin, deren Stimme manchmal so wütend verloren raspelt wie P.J. Harvey, aber auch weich und warm klingen kann, sang im Pariser Salle Pleyel im Januar 2019 Songs von dem damals aktuellen Album Hunter. 90 Minuten Melancholie, seelische Tiefsee und Power.

Theaterfestival im Netz

Ziemlich besonders konnte einem in den letzten Monaten im Netz das digitale Theaterstück werther.live begegnen. Goethes Protokoll der Liebesblödigkeit (1774) im digitalen Raum – mit allem, was dazu gehört. Verknalltheit, Kummer, Eifersucht. Mit fünf weiteren Netzproduktionen, in denen freie Theatermacher und Kollektive neue Bühnen und Formen erkunden ist das Stück im Rahmen des Netztheater Festivals (15.-17. April) auf www.nachtkritik.online zu sehen. Mit dabei sind unter anderen die Gruppe Vorschlag: Hammer mit Twin Speaks, sehr frei nach der Kultserie Twin Peaks von David Lynch und das Performance-Format Der Kult der Toten Kuh, das die Hamburgerin aus einem dreiwöchigen Instagram-Game entwickelt hat. Alles umsonst und drinnen!

"Jenseits von Eden" als opulentes Hörvergnügen

Weltberühmt wurde John Steinbecks weit verzweigte Familiensaga Jenseits von Eden (1952) in der Verfilmung (1955) von Elia Kazan mit James Dean in der Hauptrolle. Die Geschichte der Familien Trask und Hamilton spielt das biblische Thema von Kain und Abel an gleich zwei Brüderpaaren durch. Es geht um Gut und Böse, um eine Femme fatale und verlorene Söhne, um geschäftliche Wettstreit und die Suche nach den Wurzeln. Der NDR hat den Roman jetzt opulent als Hörspiel inszeniert. Mit Ulrich Noethen als Erzähler und praktisch dem gesamten, fulminanten Ensemble des Thalia Theaters sowie dem Soundtrack der amerikanischen Singer/Songwriterin Stephanie Nilles. Der schwingt wunderbar zwischen Americana-Melancholie und düsterem Kammerpop. In der NDR Hörspiel Box sind schon jetzt sämtliche 16 Podcastfolgen zu hören.

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"The Detectorists": Lebenssinnsuche in Serie

Den einen erscheinen sie als skurriles Phänomen, die anderen liebäugeln mit dem Gedanken, sich selbst auf Schatzsuche zu begegen. Egal, welcher Spezies Sie zuneigen – die in der Arte-Mediathek verfügbare britische Serie "The Detectorists" macht alle glücklich. Zwei verschrobene Typen wedeln da mit ihren Metalldetektoren wortkarg über südenglische Felder und Haine und durchleuchten nebenbei heiter philosophisch das Leben und die Welt. Tröstlich komisch, wie sich im Mikrokosmos dieser ewigen Schatzsuche die Unbegreiflichkeit des großen Ganzen spiegelt. Und wenn sie sich danach im Pub treffen, um über Dosenringe und andere Fundstücke zu fachsimpeln, weiß ich wieder, wie Gesellschaft funktioniert. Bei Bedarf auch im englischen Original.

Vielfältige Lebenszeichen aus dem Landestheater

Perfekt zur Einstimmung auf den dank Modellprojekt hoffentlich bald wieder möglichen Theaterbesuch, eignen sich die Digitalen Lebenszeichen, die das Schleswig-Holsteinische Landestheater vorhält. Vom lyrisch unterfütterten Frühlingsspaziergang mit Schauspielern und Schauspielerinnen des Ensembles (Schöne Orte, schöne Worte) über Kammermusikalische Grüße der Philharmoniker aus dem Museumsberg Flensburg bis zum Kantinengespräch, zu dem Intendantin Dr. Ute Lemm einmal im Monat Spezialisten und Spezialistinnen aus ihrem Team einlädt, reicht das Angebot. Und wer selbst aktiv werden will, ist beim Musiktheaterrätsel gefragt. Zu gewinnen gibt es ein Meet and Greet mit Mitwirkenden aus der Produktion – samt eines exklusiven musikalischen Vorgeschmacks. Einsendeschluss noch bis 10. Mai!