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Kultur Jürgen-Prediger-Filmpreis in Kiel vergeben
Nachrichten Kultur Jürgen-Prediger-Filmpreis in Kiel vergeben
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07:27 30.05.2019
Von Jörg Meyer
(1. Reihe v.l.): Ingo Mertins (Landesverband Jugend und Film Schleswig-Holstein), Tim Bielefeldt, Niklas Niemeyer (Nachwuchspreis für „Terra“); Laura Gragert, Jantje Knecht (1. Preis für „Zwei halbe Brathähnchen“); Frank Schmerschneider, Jackie Gillies (3. Preis und Publikumspreis für „Endstation“); Leonore Reuleke, Claus Richnow (2. Preis für „Haimweh“) , Henning Vietze (Offener Kanal Schleswig-Holstein) - hintere Reihe Jury: Matthias Fey, Julia Gläsker, Felix Arnold Quelle: Björn Schaller
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Kiel

Kurzfilme lassen sich mit den heutigen digitalen Mitteln sehr schnell produzieren. Dennoch bleibt eine berührende Geschichte das wichtigste am Film. Das zeigte erneut der Filmwettbewerb „Nur 48 Stunden“.

Das Motto „Endstation“ und die drei thematischen Vorgaben (ein Versprecher, eine Yoga-Übung sowie die Namen des Siegerpaars aus der TV-Show „Let’s Dance“) setzten die Finalisten augenzwinkernd und beim Publikum im ausverkauften metro-Kino viel Heiterkeit auslösend um.

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Aus zwei halben Brathähnchen wird ein ganzer Liebesfilm

So auch beim 1. Jürgen-Prediger-Filmpreis (benannt nach dem verstorbenen Kieler Schauspieler Jürgen Prediger, dotiert mit 350 Euro), den die Jury (Matthias Fey, Felix Arnold und Julia Gläsker) „Zwei halbe Brathähnchen“ von Jantje Knecht zusprach.

Denn „nichts ist romantischer als zwei halbe Single-Hähnchen“, die sich an Knuts Hähnchen-Braterei zusammenfinden – zur Liebe, die durch den Magen geht. Um die Liebe geht es auch im „Kopfkino“ von Junit Weber, wo ein Zufallspaar in einem Schnellrestaurant nur träumt, was aus ihnen „am Ende“ werden könnte, bis einer sich verschluckt ... Liebesweh zur Fördeheimat plagt einen Hai im Zeichentrickfilm „Haimweh“ von Leonore Reuleke (2. Jürgen-Prediger-Filmpreis, 150 Euro). Wenn er nach langer Odyssee an der „Endstation Kieler Hauptbahnhof“ ankommt, ist das sein „Haimat“-Hafen.

„Nur 48 Stunden“ vereint die Kieler Filmszene

„Professionellen Dilettantismus“ macht die Jury ironisch in „Endstation“ von Jackie Gillies (3. Jürgen-Prediger-Filmpreis, 100 Euro) aus. Jackie Gillies und ihr Team thematisieren den Wettbewerb selbst, indem sie nach dem „optimalen Schauspieler“ suchen, der leider schon von den anderen Teams gebucht ist (z.B. Thies John, der in drei Filmen auftritt).

Frau „rächt“ sich, indem sie den anderen Teams am Set auflauert. Die, wie Johann Schultz an der Arbeit für „Aufwärts“, machen gern mit, denn in der schleswig-holsteinischen Filmszene ist man eh in Personalunionen vernetzt und ohne Konkurrenzen vereint. Hier drehen alle an derselben Filmkurbel. Kein Wunder also, dass auch der von den Stadtwerken Kiel gestiftete Publikumspreis (150 Euro) an „Endstation“ ging.

Nachwuchs ganz „retro“ vorn

Erst 12 und 13 Jahre alt sind Tim Bielefeldt und Niklas Niemeyer. Für ihr Endzeit-Szenario „Terra“ (Nachwuchspreis, 50 Euro) setzen sie eine Drohnenkamera ein und spielen souverän mit Filmzitaten aus „Star Wars“ und Co.

Apropos Filmzitate: Torben Sachert und Olli Ott sind darin das Dreamteam. Fast schon zu aufwändig produziert ist ihr „Tarantino-Like“ „Liar’s Dice“. Aber auch schön lügen können muss man als Filmemacher im ganz großen 48-Stunden-Kino.

Alle Filme des Wettbewerbs werden am Sonnabend im Offenen Kanal gezeigt und sind auch in der Mediathek abrufbar. Weitere Infos finden Sie hier.