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18:51 12.02.2020
Von Ruth Bender
Im Einsatz für Künstliche Intelligenz und Kultur: (v.li.) Dirk Schrödter, Tobias Hochscherf und Martin Lätzel, Leiter der Landesbibliothek. Quelle: Sönke Ehlert
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Kiel

Wenn Museen, Theater, Bibliotheken und Konzerthäuser ihre Relevanz behalten wollen, dann kommen sie um den Ausbau des Digitalen nicht herum. So die allgemeine Überzeugung gestern in der Landesbibliothek, wo Staatssekretär Dirk Schrödter den Förderbescheid des Landes für ein Projekt übergab, das die Möglichkeiten Künstlicher Intelligenz (KI) auf dem Feld „Kultur“ ausloten und nutzbar machen will. 245 000 Euro steckt das Land in die Maßnahme, in der die Fachhochschule Kiel mit Landesbibliothek, Nordkolleg Rendsburg, Hansemuseum und dem digitalen Netzwerk Kultursphäre SH kooperieren.

Standardisierte Abläufe können auch Maschinen übernehmen

Letzteres hatten die Fachhochschule und Martin Lätzel, damals im Kulturministerium Leiter des Bereichs Kulturentwicklung, 2017 initiiert, um die Kulturinstitutionen des Landes in einem digitalen Pool zu vernetzen. Das neue Vorhaben versteht sich nun als direkte Fortsetzung der Kultursphäre – und als einen Schritt weiter in die kulturelle Praxis. „Wir sehen uns als Übersetzer Grundlagen erforschender Methoden“, so FH-Vizepräsident Klaus Lebert. Dafür will Projektleiter Tobias Hochscherf, Prodekan im Fachbereich Medien an der FH, mit seinem achtköpfigen Team den Einsatz der KI in unterschiedlichen kulturellen Bereichen untersuchen. In der Verwaltung, etwa wenn es wie im Nordkolleg mit seinem großen Seminarprogramm um standardisierte Abläufe gehe. „Fragen nach Essenswünschen oder Zimmerverteilung kann auch eine Maschine erledigen“, so Tobias Hochscherf. Und im Marketing setzt man schon jetzt auf Programme, die Pressetexte dahingehend verbessern, dass sie in den sozialen Netzwerken rasch auffallen.

Der Audioguide als individueller Begleiter

Darüber hinaus sehen die Macher in der KI auch eine Erweiterung der Vermittlungsmöglichkeiten von Kultur: „Da kann der Audioguide im Museum als individueller Begleiter fungieren“, so Landesbibliotheksdirektor Lätzel. Etwa, indem er als interaktiver Partner den Familienbesuch im Museum verbessert, Kinder und Eltern ihren jeweiligen Interessen entsprechend führt.“ Ein Chatbot könnte das möglich machen; und im Hansemuseum Lübeck sind solche zielgruppenorientierten Rundgänge schon möglich. „Dabei darf die KI uns natürlich nicht wie im Online-Versand vorschreiben, was wir sehen sollen“, gibt Hochscherf aber auch zu. Zu guter Letzt werden auch die Möglichkeiten der KI im kreativen Prozess befragt. Programmierungen, die selbst „Kunst“ machen – oder zumindest als brave Epigonen so malen wie etwa Van Gogh – gibt es ja schon.

Und bei allen digitalen Zukunftsträumen grenzt Hochscherf die Rolle der KI ein: „Die Künstliche Intelligenz soll Kunst und Kultur nicht ersetzen, sondern sie ergänzen.“ Nordkolleg-Leiter Guido Froese kann sich durchaus vorstellen, dass das Projekt "einige wichtige Hilfsmittel bei der Seminarplanung und Kommunikation" bringen wird. "So können wir uns besser auf unsere kreativen Kerntätigkeiten konzentrieren.

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