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Kultur Lene Krämers Solo mit Seltenheitswert
Nachrichten Kultur Lene Krämers Solo mit Seltenheitswert
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20:00 24.04.2020
Von Thomas Bunjes
Den formschönen Notenständer, auf den die Sängerin Lene Krämer gleich danach ihre Textblätter legte, hat ein Freund einer ihrer beiden Töchter entworfen und geschmiedet. Quelle: Ulf Dahl
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Kiel

Ob im Duo, Trio, Quartett, Quintett, Sextett – stets lässt sich die 60-jährige sonst begleiten bei Bossa, Swing oder Blues. Für die KN-Bühne hat Lene Krämer daher ein folkiges Programm mit sieben Balladen-Favoriten ausgewählt, das sie gut auch allein bewältigen kann – darunter der Gershwin-Klassiker "Summertime" als Einstieg, das durch Marlene Dietrich populär gewordene "Sag mir, wo die Blumen sind" oder auch das vertonte Klaus-Groth-Gedicht "Ick wull, wi weern noch kleen, Jehann". Gesungen mit klarer, kräftiger Stimme, begleitet von einem stabilen Vibrato, das sich ganz natürlich hinzugesellte.

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Mit 45 Jahren Musikprofi

Ein wenig Routine hat die Sängerin und gelernte Hotelfachfrau, die seit 1995 Musik nur als Hobby betrieb und dann mit 45 Jahren den Weg zur professionellen Künstlerin einschlug, allerdings schon als Sängerin zur Gitarre. In einer psychosomatischen Klinik in Malente singt sie so seit sieben Jahren wöchentlich mit Patienten. „Das ist eine sehr, sehr wunderbare Aufgabe. Ich merke, was das mit den Patienten macht. Das schüttet Glückshormone aus, die Leute werden locker.“

Das ist die KN-Bühne

Die KN-Bühne lädt täglich auf KN-online zur Vorstellung und bietet den vom Veranstaltungsverbot der Corona-Krise schwer betroffenen freien Künstlern eine Plattform. Spenden für die Künstler sind erwünscht: auf dem Spendenkonto „KN hilft e.V.“ bei der Förde Sparkasse (Konto DE05 2105 0170 1400 2620 00). Die Spenden werden wöchentlich unter den auftretenden Künstlern aufgeteilt.

Die KN-Bühne gibt es täglich (außer Montags) auf KN-online. Am 25. April 2020 um 20 Uhr ist die Slam Poety Björn Katzur zu sehen.

Letzter Auftritt war am 1. März

Auf Glückshormone durch Live-Autritte in der Region müssen Lene Krämer und ihr Publikum wegen der Corona-Pandemie nun aber wie so viele schon sehr lange verzichten - zahlreiche Konzerte fallen aus. Ihr letztes bislang? „Ich glaube, das war am 1. März. Eine besonders schöne Veranstaltung, da ging es nämlich um um den 100. Geburtstag der Grenze zwischen Dänemark und Deutschland.“ Einen Irish-Folk-Song habe sie damals gesungen am Schluss ihres Auftritts, deutscher Titel: Nehmt Abschied, Brüder. „Das singen wir in Dänemark in Platt-Dänisch, wenn wir zusammen gefeiert haben – und dann fassen wir die Hände.“ Da dieser Brauch im Grenzgebiet bekannt sei, seien alle 100 Leute im Publikum aufgestanden,  hätten sich die Hände gereicht und gesungen. „Das war für mich ein unglaublich rührender Moment“, sagt Lene Krämer und sinniert: „Damals durfte man das noch.“

Diese Künstler standen auf der KN-Bühne - zu den Videos:

Hoffen auf Konzert Ende November

Nun hofft die Sängerin, dass wenigstens ihr Auftritt mit einem Quintett am 28. November im Kieler Kulturforum klappt, wo die Band das Publikum mit dem Programm "Song For Winter’s Night" auf Weihnachten einstimmen will. Bis dahin ist sie dankbar, dass ihr Ehemann, noch ohne Kurzarbeit in Lohn und Brot, ihr finanzielle und natürlich vor allem auch partnerschaftliche Unterstützung bietet.

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