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Kultur Neue Texte aus dem Land
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08:54 12.11.2019
Von Ruth Bender
Gewinnerin Zara Zerbe bei der Vorstellung der Anthologie "Neue Prosa" im Literaturhaus Quelle: Marco Ehrhardt
Kiel

Sie rollen die Ödnis des Büroalltags auf wie Melanie Huber in Müde macht uns die Arbeit oder folgen der U-Bahn-Beamtin Maria in den Moskauer Untergrund, um mit ihr in einer Art Bewusstseinsstrom das wirre Gewimmel an Pendlern zu beobachten (Nora Lassahn: In der Unterwelt). Tief in die Weltgeschichte taucht Nikolai Ziemer und entwirft in Triptychon ein dreigeteiltes Bild, das nicht nur Bilder vom Krieg malt, sondern auch die Geschichte des jungen Wehrmachtssoldaten Kilian Peters erzählt – dreimal anders – und so auch die Unzuverlässigkeit der Berichte und Erinnerungen zum Thema der Erzählung macht. Und Tobias Draese lässt in Der Schilkseer Koi die Trauer einer Familie nach dem Tod der Mutter in eine wachsende Entfremdung driften.

Die besten Texte in einem Band

Die stilistische und thematische Bandbreite, die der Band Neue Prosa III aufblättert, zeigt die Vielfalt der schleswig-holsteinischen Literaturszene. Versammelt sind in der Anthologie die gelungensten Texte aus dem Literaturhaus SH mit Unterstützung des Instituts für Neuere Deutsche Literatur und Medien der CAU Kiel ausgeschriebenen Wettbewerb „Neue Prosa“ 2018. Um die Auszeichnung, die seit 2014 alle zwei Jahre vergeben wird und mit einem Preisgeld von 2500 Euro verbunden ist, hatten sich immerhin 120 Beiträge beworben. Insgesamt 13 davon sind nun nachzulesen in der von Sara Prinz und Literaturhausleiter Wolfgang Sandfuchs herausgegebenen Anthologie, deren Veröffentlichung erneut Dr. Norbert Klause ermöglichte, der auch das Preisgeld stiftet.

Gestrandet in Neumünster

Luftig und mit viel Selbstironie erzählt Gewinnerin Zara Zerbe in Limbus von Liebesgeschichten, die doch keine werden. Erinnert von einer Ich-Erzählerin, die auf dem Heimweg von Omas Beerdigung mit der Regionalbahn in Neumünster – „der gefährlichsten Kleinstadt Norddeutschlands“ – strandet. Und „in einem McDonald’s ohne WLAN“ den vergangenen Sommer Revue passieren lässt – und die Frage nach Schuld und Reue. Die ist die Begegnung mit Anton, in den die Ich-Erzählerin „jedes Mal, wenn wir uns treffen, ein bisschen verliebt“ ist. Oder Peter, den sie nach einer gemeinsamen Nacht nicht mehr los wird. Komisch ist das und nachdenklich, wie die Erzählerin sich selbst analysiert, das schlechte Gewissen und die vergangenen Fehltritte. Zwischen jetzt und früher lässt die Autorin ihre Heldin flirren, von schwimmenden Identitäten und schlingernden Wegen berichten. „Eine Revue, ein Kaleidoskop, ein Lebenstheater“ nennt es der Schriftsteller Jochen Missfeldt, dessen Laudatio für die 28-jährige Autorin in dem Buch ebenfalls nachzulesen ist.

Neue Prosa aus Schleswig-Holstein. Eine Anthologie anlässlich des 3. Wettbewerbs „Neue Prosa“ 2017/18. Herausgegeben von Sara Prinz und Wolfgang Sandfuchs. Edition Literaturhaus, 200 Seiten

Michael Ende ist bekannt als Schöpfer von Jim Knopf und Momo. An diesem Dienstag wäre er 90 Jahre alt geworden. Er litt darunter, dass er als Schriftsteller für Erwachsene nie wirklich ernst genommen wurde.

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