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Kultur Lyrik, Leser und ein Film
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19:00 18.09.2019
Von Ruth Bender
Arne Rautenberg ist nur einer von etlichen mit Schleswig-Holstein verbandelten Lyrikern, die ins Literaturhaus kommen. Quelle: Marco Ehrhardt
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Kiel

Wolfgang Sandfuchs staunt selber ein bisschen, als er feststellt, dass nicht nur das Literaturhaus Schleswig-Holstein in diesem Jahr seinen 30. Gründungstag begeht, sondern dass auch er als amtierender Leiter ins 20. Jahr geht. Grund zu Rückschau und Selbstreflexion: „Was hat sich verändert im Betrieb?“ überlegt Wolfgang Sandfuchs, aber auch: „Welche Rolle spielt der aufwendige Lesungsbetrieb für die Literatur?“ Fragen, die auch in der Podiumsdiskussion am kommenden Dienstag (24. September) vom Literaturhausleiter und seinen Gästen Florian Höllerer vom Literarischen Colloquium Berlin und Juliana Kàlnay, Autorin und ehemalige Literaturhaus-Volontärin, eine Rolle spielen.

Acht Autoren in einem Film

Einblick in die Arbeit, aber auch in die Veränderungen am Literaturhaus gibt ein Film des Kieler Filmemachers Malte Blockhaus (Following Habeck). Acht Autoren von Mareike Krügel bis Jochen Missfeldt und dazu jeweils eine Stimme von außen stehen da nicht nur für eine ausschnitthafte Bilanz, sondern sollen auch das Format Lesung in seiner Vielfalt darstellen (11. Oktober). Die Präsentation der dritten Anthologie Neue Prosa, in der die herausragenden Texte des gleichnamigen Literaturwettbewerbs versammelt sind, ergänzt die kleine Jubiläumsreihe (6. November).

Lyriker unter sich

Dass man sich auch im Leseprogramm zum Jubiläum stark auf die Autoren aus dem Land konzentriert, ist für Wolfgang Sandfuchs selbstverständlich – schließlich gehören auch Autorenförderung und Schreibwerkstätten zum Angebot. Ausgesprochen lyrisch wird es da: Therese Chromik (25. September) ist mit ihrem neuen Band Blau ist mein Hut ebenso zu Gast wie Arne Rautenberg, der sich am 26. September mit Heinrich Detering die Bühne teilt. Beide bringen ebenfalls mit Permafrost (Rautenberg) und Untertauchen (Detering) neue Gedichte mit. Fritz Bremer, einst Initiator der Zeitschrift Brückenschlag, holt sich den Saxofonisten Dietmar Bartuscheck dazu (7. November). Peter Rühmkorf wird posthum zum 90. in Lesungen auf der Nordart (10. Oktober) und im Schauspielhaus (24. Oktober) gefeiert. Und der Hamburger Mirko Bonné hat im Werk des Kieler Dichterkollegen Christian Saalberg (1926 -2006) geforscht und eine Anthologie herausgegeben, die er gemeinsam mit Saalbergs Tochter, der Filmemacherin Viola Rusche, am 8. Dezember im Literaturhaus vorstellt.

Für die Prosa stehen Jan Christophersen mit dem Roman Ein anständiger Mensch (30. September) und Lokalmatador Henning Schöttke, der mit Individias Gesetze den fünften Tielder Reihe zu den sieben Todsünden vorlegt (22. November).

Von Island bis Vermont

Die Bandbreite der deutschsprachigen Literatur belegen Anne Siegel mit ihrem Island-Roman Reykjavik Blues (13. November), Ulrich Woelk und seine Sechziger-Jahre-Entwicklungsgeschichte Der Sommer meiner Mutter (29. Oktober) und der Schweizer Peter Stamm, der mit seinem Roman Marcia aus Vermont bereits zum zehnten Mal in Kiel zu Gast ist (2. Dezember). Und eine Rückschau auf den gerade vergangenen erfolgreichen Literatursommer Norwegen liegt Sandfuchs besonders am Herzen: Die vier Jahreszeiten heißt eine Komposition, die der Däne Bent Sorensen zu Tomas Espedals Buch Das Jahr geschrieben hat und der Abend mit dem Trio Poing, das sich der Neuen Musik verschrieben hat, und dem Übersetzer Hans Schmidt-Henkel, der hier den Part des Lesers übernimmt. Zu erleben am 18. November im Kulturforum.

Das junge Programm

Zum dritten Mal widmet sich die Leselounge im von Alisa Woronow betreuten Jungen Literaturhaus am 23. Oktober der Graphic Novel. Julia Bernhard nimmt im preisgekrönten Buch Wie gut, dass wir darüber geredet haben den oft absurden Alltag junger Frauen aufs Korn. Moritz Stetter beleuchtet in Uns fürchtet nur das Unbekannte den Culture Clash, den er in Neu-Delhi erlebte. Kristin Höller und René Kemp bestreiten am 4. Dezember die zweite Leselounge. Höller mit dem Road-Roman Schöner als überall, der auf den Spuren von Wolfgang Herrndorfs Tschick wandelt, Kemp mit seinem Online-Tagebuch Dich gibt’s nur dreimal für mich. Am 5. November stellt der Musiker-Autor Hendrik Otremba außerdem seinen hochspannenden Romanerstling Kachelbads Erbe vor. Im Rahmen der Hospiztage beleuchtet Werner Holzwarth, Autor des Klassikers Vom kleinen Maulwurf ..., anhand des Bilderbuchs Mein Jimmy das Thema Sterben (10. Oktober).

www.literaturhaus-sh.de

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