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Kultur Verpacken für die Heimreise
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00:16 10.10.2013
Von Malte Kühl
Bald kommen die Bilder in Holzkisten. Die Nordart 2013 ist beendet. Während viele Kunstwerke für die Heimreise sicher verpackt werden müssen, trudeln schon die Anmeldungen für die Kunstschau im kommenden Jahr ein. Quelle: Malte Kühl
Büdelsdorf

 Arbeiter verpacken die Kunstwerke mit äußerster Vorsicht transport- und winterfest. Sie wickeln Gemälde in Luftkissen-Folie und verstauen sie in Holzkisten. Die Ausstellungsstücke warten auf den Abtransport in die ganze Welt. Bei Bildern sei das einfach, der Transport von große Skulpturen aber ist eine logistische Herausforderung, sagt Gramm. Nicht jede der Figuren lässt sich zerlegen, wie der Buddha aus Gummireifen Hotei, der zurück nach Finnland muss.

 Einige Kunstwerke überwintern auch in Büdelsdorf. So soll die neun Tonnen schwere Skulptur Volga des russischen Künstlers Alexander Taratynov, dessen Aufstellung im Park schon mit sehr großen Aufwand verbunden war, erst einmal auf dem Gelände bleiben. Der Länderschwerpunkt im nächsten Jahr liege in Richtung Russland, sagt Inga Aru. Praktisch, dann könnte die Skulptur gleich in Büdelsdorf bleiben und bekommt vielleicht Gesellschaft durch eine weitere Figur des Russen. Es werden Gespräche geführt, sagt Inga Aru.

 Die Kunstausstellung in der ehemaligen Stahlhütte hatte nach Angaben der Veranstalter rund 50000 Besucher. Etwa die gleiche Zahl, die auch im Vorjahr erreicht wurde. Für die gleichbleibenden Besucherzahlen hat Gramm eine Erklärung: Die Baustelle an der Rader Hochbrücke.

 „Wir sind schon etwas verwöhnt. In jedem der letzten Jahre ist die Besucherzahl um 20 Prozent gestiegen“, meint der Ausstellungsleiter Gramm. Er sieht das Problem bei der Verkehrssituation in der Rendsburger Region. „Dadurch wurden viele Besucher abgeschreckt.“ Im nächsten Jahr werde die Nordart stärker Werbung machen, sagt Gramm.

 Die Planung für das nächste Jahr sind in vollem Gange. „Wir haben schon über 350 Online-Bewerbungen“, sagt Inga Aru, Mitorganisatorin der Nordart. Die Ausstellung in Büdelsdorf habe in der internationalen Kunstszene einen immer größeren Stellenwert, sagt Kurator Wolfgang Gramm. So haben sich in diesem Jahr zahlreiche Agenten von Auktionshäusern nach Kunstwerken umgesehen. Die Anzahl der verkauften Kunstwerke sei um mehr als das Doppelte gestiegen, dass motiviere noch mehr Künstler, ihre Stücke in Norddeutschland auszustellen, sagt Gramm.

 „Gegen Ende der Deadline bekommen wir dann immer so viele Bewerbungen, dass unser Server abstürzt“, sagt Inga Aru. „Langweilig wird es auf jeden Fall nicht“, verspricht Kurator Wolfgang Gramm, man lerne schließlich jedes Jahr dazu.