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Kultur Freche Songs, klare Stimme
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16:23 10.03.2017
Von Thorben Bull
Maxine Kazis stellte ihr erstes Album in lockerer Club-Atmosphäre vor, und das Publikum ging mit. Quelle: Manuel Weber
Kiel

Schon damals zeichnete sich Peter Plate (Rosenstolz, Sarah Connor) für die Musik verantwortlich und nahm die Schweizerin gleich mal mit nach Berlin, um dort ihr erstes Album Die Evolution der Maxine Kazis zu produzieren. Nun kehrt Maxine Kazis in der Schaubude auf eine Kieler Bühne zurück und stellt ihr Elektropop-Werk in ihrer alten Heimat vor.

Das sind die Bilder von Maxine Kazis in der Schaubude Kiel.

Wer nun aber denkt, dass da ein astreines Pop-Sternchen ohne Ecken und Kanten geformt wurde, der wird zum Glück enttäuscht. Die Musik ist ebenso frech wie die Texte. Beim Opener Wer wird uns sehn stampft gleich einmal der Beat, gefolgt von sphärischen Keyboardflächen. Backgroundsängerin und Drums komplettieren und doch wirkt alles zunächst reduziert. Umso deutlicher stellt sich Kazis mit ihrer hellen, klaren Stimme in den Vordergrund. „Ich wollte Gold und es gab Dreck“, ist dann so ein kesser Satz aus dem Song Dreck, der in den Strophen nicht mit dem Schimpfwort „fuck“ geizt.

Als der Ton dann schon zum zweiten Mal gänzlich ausfällt, lächelt Kazis die Panne einfach weg und erzählt von einem anderen Malheur, das ihr einst am Theater widerfuhr. Der Sound fließt wieder und nun geht’s erst richtig los. Du fehlst mir jetzt schon und U3 sind federleichte Pop-Nummern, zu denen das Publikum in der angenehm gefüllten Schaubude ihren Platz zum Tanzen allmählich auszunutzen beginnt. Die Beats gehen in die Beine und der Applaus wird nach den Songs immer ausladender. Der Inhalt, die schmerzende Liebe, wiegt allerdings genauso schwer wie die Klavierballade Ruine. Dann werden die Regler wieder aufgedreht. Der hektische Vibe von Hinfalln Aufstehn Weitertanzen steckt direkt an und wenn Maxine Kazis beim folgenden Tanz für mich allein zum Mitsingen auffordert, die Schaubude den Chor bis zum Ende des Songs durchzieht und die Sängerin anschließend vergnügt „mega“ zirpt, dann ist das ganz offensichtlich ehrliche Freude über ihre Heimkehr. Ohnehin kein Getue, kein Kitsch, stattdessen durchflutet von Melancholie, Verdruss und Ehrlichkeit. Maxine Kazis tut der Pop-Landschaft furchtbar gut.

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