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Kultur Metal-Queen Doro zu Gast im Max
Nachrichten Kultur Metal-Queen Doro zu Gast im Max
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17:50 23.04.2015
Von Kai-Peter Boysen
Foto: Konzerte und Kampfsport ist das Fitnesstraining, mit dem sich Doro stählt für die rund acht Monate im Jahr auf Tour.
Konzerte und Kampfsport ist das Fitnesstraining, mit dem sich Doro stählt für die rund acht Monate im Jahr auf Tour. Quelle: Kulturrausch
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Kiel

Hallo Doro, du bist gerade durch die USA getourt, dann wart ihr auf der „Full Metal Cruise II“ mit dem Schiff unterwegs, jetzt tourst du durch Deutschland. Wie viele Monate bist du eigentlich auf Achse?

Doro: Och, so acht Monate sind das bestimmt, dazu kommen noch Studioaufenthalte.

Und wann bist du mal zu Hause?

Ein konventionelles Zuhause habe ich nicht, mein Zuhause sind der Tourbus und das Studio.

 

Dann sind deine Wohnungen in Düsseldorf und New York quasi unbewohnt?

Ja, na ja, da sieht’s halt aus wie in einem kleinen Studio, wie man sich das so musikermäßig vorstellt, mit tausend CDs und Platten und Bühnenklamotten. Und wenn ich einen Song schreibe – ich schreibe alles mit der Hand, das ist ein besseres Gefühl – dann ist die ganze Bude voll mit Papierschnipseln, das kommt noch obendrauf.

 

Und wie hältst du dich fit fürs Touren und die anstrengenden Konzerte?

Bei den Gigs, da wird man so gestählt, also nach jedem Konzert denkst du: Wow, da sind jetzt Muskeln, von denen du gar nichts wusstest. Und nach acht Monaten Tour, da siehst du jede Faser an jedem Muskel. Außerdem bin ich ein totaler Kampfsportfan, jetzt habe ich Eskrima entdeckt, eine philippinische Sportart, da muss man sich sehr konzentrieren und das hilft mir für die Bühne. Da lernt man einzustecken, der Trainer sagt immer, wenn man Schmerzen hat, kann man sich hinsetzen und Aua schreien oder man macht weiter, der Schmerz ist derselbe.

 

30 Jahre Regierungszeit als Metal Queen, keine Nachfolgerin in Sicht: Welche Qualitäten hast du, die andere nicht haben?

Also, ich liebe das mit Haut und Haaren. Ich liebe die Fans, die Musik und möchte nichts anderes machen. Schon mit drei oder vier Jahren hatte ich diesen Wunsch, Sängerin zu werden, und das ist immer stärker geworden. Ich habe das Gefühl, das ist meine Bestimmung, ich hatte nie den Wunsch, sesshaft zu werden oder zu heiraten. Ich glaube, das ist unmöglich, eine Familie zu haben, wenn man um den ganzen Erdball reist.

 

Am Sonntag spielst du mit deiner Band in Kiel, 2012 wart ihr bereits hier mit dem immer noch aktuellen Album Raise Your Fist, doch sicherlich hat sich da was in der Setlist geändert.

Auf jeden Fall, es sind neue Songs entstanden. Kiel ist eine Stadt mit viel Power und Gefühl, wir suchen immer intuitiv Stücke aus, von denen wir glauben, dass sie gut ankommen. Also gibt es Rockiges und Ballade, die Gitarristen haben sich was Neues ausgedacht, ich habe einen neuen Song für einen Musiker, der mir viel bedeutet hat und den alle sehr vermissen (Ronnie James Dio, Anm. d. Red.). Mit dem singe ich mich auch immer in den Schlaf, der beruhigt mich.

 

 Das ist sozusagen dein Mantra.

 (lacht) Ja, genau, ich brauch’ kein Omm, ich brauch den Song.

 

 Geht man an so ein Clubkonzert anders ran als an einen Festivalgig vor zigtausend Leuten?

 Das ist mir eigentlich egal, ich liebe es und gebe immer alles. Es ist großartig, wenn es eng ist und ich den Schweiß der Fans beim Headbangen abbekomme oder mir Fans einen Wunschsong ins Ohr flüstern, der ihnen viel bedeutet. Da kriege ich feuchte Augen, weil es das Herz so berührt. Bei 100000 Leuten spürt man die Power, wenn die alle mitsingen. Aber es ist egal, es ist alles gut. Wir spielen jedes Konzert, als wäre es das erste und letzte.“