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Kultur Wilde Zeiten, wilde Sprüche
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07:00 22.01.2018
Von Jörg Meyer
"Gott ist ein Comedian": Michael Mittemeier im Kieler Schloss. Quelle: Björn Schaller
Kiel

Aber was heißt schon wild? Während die modernen Möchtegern-Oligarchen von Trump („Die Nummer über ihn hab’ ich gestrichen, dem Mann ist einfach nichts mehr hinzuzufügen.“) und Putin („Ich hätte auch nie gedacht, dass ich den im Vergleich zu Trump mal für eine ziemlich coole Socke halten würde.“) über Erdogan („Der spielt ’Putschemon Go’.“) bis Kim Jong-un sich wild und wilder gebärden, gehe es doch in Deutschland recht ruhig zu. Man sondiert, ob man sondieren können sollte, Merkel macht dazu ratlos ihr „Pussy-Emoji“ (so deutet Mittermeier ihre „Rauten-Geste“), Seehofer und Söder fordern Obergrenzen für egal was, und wir haben immer noch keine Regierung. Kein Drama, beruhigt Mittermeier, und „lindnert“: „Lieber keine Regierung als ein schlechte.“ „Naja, der Söder ist doch einer von euch“, tönt es aus dem norddeutschen Publikum, was Mittermeier sofort aufnimmt: „Das ist ein Franke, ich bin Bayer!“ Und überhaupt, warum rege man sich über 12,6 Prozent für die AfD auf – „in Österreich wäre das ein Linksruck.“

Doch wild geht’s dennoch zu in den medialisierten Welten. Man werde sich doch nochmal wundern dürfen, warum die zwei Worte „alternative Fakten“ vor kurzem zum einen „Unwort des Jahres“ ernannt wurden. Das sei doch schon per se ein alternativer Fakt. Und solle das Kabarett nicht alternative Fakten schaffen, indem es das „Wilde“ der Welt entsprechend alternativ deute? So seien, verspricht Mittermeier, alle seine irrwitzigen Geschichten zwar wahr, aber „manchmal in den Dialogen gepimpt“, sprich: zur Kenntlichkeit entstellt.

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