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Kultur Sieben neue Gütesiegel
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20:28 13.12.2018
Von Konrad Bockemühl
Freude über die neue Plakette (v.li.): Die Museumsleiter Carsten Fleischhauer (Jüdisches Museum Rendsburg), Dorothee Bieske (Museum Eckernförde) , Klaus Bustorf (Stormansches Dorfmuseum, Inga Latendorf (Landschaftsmuseum Angeln Unewatt), Brigitta Herrmann (Schloss Eutin), Susanne Rudloff (Industriemuseum Kupfermühle Harrislee) und Alexander Römer (Sylter Heimatmuseum) mit Projektleiterin Dagmar Rösner bei der Auszeichnung im Schloss Eutin. Quelle: Dirk Schneider
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Eutin

Wobei das Ehrenamt, das zeigten die Teams bei der feierlichen Übergabe im ebenfalls frisch zertifizierten Schloss Eutin, bei eigentlich allen Museen eine wichtige Rolle spielt – oft genug eine existenzielle. Denn Einpersonenbetriebe sind etliche der zertifizierten Museen. Und vielen täte eine personelle Aufstockung gut, betonte Museumsberater Peter Thurmann (Kiel) in seinem Festvortrag.

Oft ging es um den Roten Faden

Oft, fasste Thurmann für die vier Berater – neben ihm sind das die Museumsfachleute Brigitte Heise, Ulrich Schulte-Wülwer und Rolf Wiese – zusammen, ging es um einen roten Faden, der in den Ausstellungen stärker zur Geltung kommen sollte. Das war auch in Hoisdorf der Fall, wo sich der 82-jährige Klaus Bustorf rein ehrenamtlich engagiert. Der frühere Reedereikaufmann, der sein Interesse weltweit pflegte und im Ruhestand als Gasthörer für Kunstgeschichte an der Uni Hamburg fungierte, betreut das von Schulklassen rege frequentierte Dorfmuseum in seinem Heimatort mit einem Team von rund 20 Ehrenamtlern. Ihm wurde im Verfahren nahegelegt, sich stärker abzugrenzen gegenüber vergleichbaren Sammlungen an anderen Orten der Region. So wird in seinem Haus nun der „Strukturwandel im Ländlichen Raum am Beispiel Hoisdorfs“ thematisiert, hat man die Sammlung neu strukturiert und beschriftet.

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Profilierung auch durch Entsammeln

Mit einer klaren Profilierung, der Suche nach einem Alleinstellungsmerkmal sei oft auch die Erkenntnis verbunden, dass weniger mehr sein kann. Angesichts manch überquellender Depots ermuntern Thurmann und seine Kollegen mitunter zum „Entsammeln“. Auch dafür ist ein reger Austausch mit vergleichbaren Museen der Region sinnvoll.

Fokus auf Bildung und Vermittlung

Kultur-Staatssekretär Oliver Grundei betonte, dass neben den klassischen Museumsaufgaben gerade der Bereich Bildung und Vermittlung an Bedeutung gewinne. Die Museen auch über das vom Museumsverband SH/HH 2013 angeschobene und nun vom Land zumindest bis 2022 sichergestellte Zertifizierungsverfahren wettbewerbsfähig zu machen, ziele ja nicht auf eine Konkurrenz untereinander, sondern sei mit Blick auf die Vielfalt der Freizeitangebote auf der einen und begrenzter Fördertöpfe auf der anderen Seite zu sehen.

Das sind die neu zertifizierten Museen:

Diese Museumsleiter nahmen in Eutin von Projektleiterin Dagmar Rösner die Zertifikate für ihre Häuser entgegen: Dorothee Bieske (Museum Eckernförde), Klaus Bustorf (Stormansches Dorfmuseum), Carsten Fleischhauer (Jüdisches Museum Rendsburg), Brigitta Herrmann (Schloss Eutin), Inga Latendorf (Landschaftsmuseum Angeln/Unewatt), Alexander Römer (Sylter Heimatmuseum) und Susanne Rudloff (Industriemuseum Kupfermühle).

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