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Kultur Kurzfilmpreis für Moritz Boll
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20:24 22.04.2018
Von Jörg Meyer
Preisträger beim Filmfest SH in der Pumpe (v.li.): Adrien Pavie, Britta Potthoff, Moritz Boll und Kay Gerdes. Quelle: Björn Schaller
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Kiel

Schon in Bolls am Freitag gezeigten Drei-Minüter "Null Komma Sieben" gerät eine feuchtfröhliche Geburtstagsfeier zweier Mütter etwas aus dem Ruder, weil ihre Söhne heimlich mitfeiern. Noch schwieriger ist die Beziehung zwischen Vater (Marko Gebbert) und Tochter (Ghisele Ghaskin) in "Abgetaucht". Sie machen Abenteuerurlaub in einem Wohnwagen im Wald. Doch etwas stimmt nicht an diesem kleinen Idyll. Wo ist die Mutter, wann kommt sie wieder?, fragt sich das Kind, erhält aber nur ausweichende Antworten vom Papa. Will er verheimlichen, dass sie gestorben ist? Oder hat er die Tochter nach einem Rosenkrieg entführt? „Wir haben das bewusst offen gelassen“, sagt Moritz Boll, der „von einer realen Geschichte einer Mutter über eine Kindesentführung so berührt“ war, dass er daraus einen Film „aus der Perspektive von Vater und Tochter“ machen wollte.

"Eine Katastrophe, die zu einer Befreiung wird"

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Die Jury lobte, dass der Film „dank der Vielzahl stimmiger Details eine größere Geschichte erzählt, als in seinen 15 Minuten gezeigt wird. Der Zuschauer findet sich schnell in die Geschichte ein und wird Zeuge einer Katastrophe, die zu einer Befreiung wird.“ Am Ende nämlich, wo der Vater buchstäblich im Meer abtaucht, „sieht er ein, dass man auf Lügen keine Beziehung bauen kann“, so Boll.

In "Mein Vater, der Fisch" von Britta Potthoff und Adrien Pavie, der den vom Verein Filmkultur SH gestifteten und mit 1000 Euro dotierten Publikumspreis für Kurzfilme gewann, ist die Beziehung zwischen dem kleinen Esteban und seinem mit ihm allein lebenden Vater beinahe schon märchenhaft surreal.

Vom Trauma des 2. Weltkrieges überschattet sind die Eltern-Kind-Enkel-Beziehungen, die Kriegskinder in Kay Gerdes’ und Jess Hansens Doku "Nach dem letzten Schuss ist der Krieg noch nicht vorbei" erzählen. Der Film, eine Uraufführung, gewann den ebenfalls von Filmkultur SH gestifteten und mit 1000 Euro dotierten Publikumspreis für Langfilme.

"Abgetaucht",  bereits beim Mitteldeutschen Filmfest „Kurzsüchtig“ in Leipzig mit dem Publikumspreis ausgezeichnet, und "Null Komma Sieben" sowie ein weiterer, neuer Kurzfilm von Moritz Boll sind am 12. Mai, 18 Uhr, im Metro-Kino zu sehen.

Sorka Eixmann 22.04.2018
22.04.2018
Thomas Bunjes 22.04.2018