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07:11 25.07.2017
Von Ruth Bender
Spitzenborte aus Metall: Dorothee Bieske (li.) und Cornelia Patz-Nahm vor dem raumgreifendsten Stück der Ausstellung, einem Wandbild von Isabel Lange aus Bredeneek. Quelle: Björn Schaller
Eckernförde.

32 Künstler von Apenrade bis Lübeck und von Kiel bis Keitum zeigen in Eckernförde ihre Werke. Und weil mit der Ausstellung auch erstmals ein Preis für Angewandte Kunst in Schleswig-Holstein vergeben wurde, ist über die Ausschreibung ist der überwiegende Teil davon eigens für die Ausstellung entstanden. Die Bandbreite reicht von Keramik über Schmuck bis zur Textilkunst und vom Gebrauchsmodell bis zur Installation. Ganz unterschiedlichen Assoziationen treiben die Künstler um, die die Jury um Museumsleiterin Dorothee Bieske und Cornelia Patz-Nahm vom Berufsverband Angewandte Kunst aus 39 Bewerbungen ausgewählt hat.

Wenn die Flensburgerin Hanne Bay Lührssen Deoroller zu üppigem Halsschmuck verarbeitet, hat das ebenso mit Recycling zu tun wie die minimalistischen Anstecker, die Beate Leonard aus Radkappen und Plastikgeschirr formt, die sie von Straßen und aus Flüssen sammelt. Das Blutlungenmoos, das Preisträgerin Maria Konschake aus Lübeck sammelt, galvanisiert und zu filigran versponnenen Broschen und Ohrgehängen verarbeitet, verbindet Natur, Nachhaltigkeit und Luxus. Und Lena Kaapke, 2016 Kunstförderpreisträgerin des Landes, erweist sich mit ihrer Installation Kunde von draußen ohnehin als Grenzgängerin zur Freien Kunst. Fundstücke aus der Natur archiviert die Kielerin akribisch auf eigens dafür gedrehten Porzellantellern, die Themen wie Brauchtum und Erinnerung befragen.

„Die Angewandte Kunst hat es nicht so leicht in Schleswig-Holstein“, sagt Cornelia Patz-Nahm und möchte die Seitenlinie der Kunst stärker ins Blickfeld rücken. Durchaus mit Bezug zum Naturfilm-Festival Green Screen, so Bieske, und zur Tradition des Hauses: „Das Museum hat mit seiner Fayencen-Sammlung eine lange Tradition in Sachen Kunsthandwerk. Aber wir wollen nicht nur Keramik zeigen, sondern alle möglichen Materialien von Metall bis Glas.“ Dass Grün außerdem vom Pantone-Institut in den USA zur Farbe des Jahres 2017 ausgerufen wurde, wirkt da als zufällige wie passende Ergänzung.

„Wir sprengen auch gern mal die Grenzen unseres Metiers“, sagt Cornelia Patz-Nahm, die selbst in ihrem Wandbehang Filzfäden in das Lochmuster eines Verpackungspapiers einwebt – zur unverwüstlichen Löwenzahnwiese. Und so breitet sich die Ausstellung vom großformatigen Wandbild, dessen Material (Metall) mit der Leichtigkeit einer Häkelborte kontrastiert, so licht, frisch und vielfältig wie die Farbe, die ihr den Titel gibt.

Museum Eckernförde, bis 17. September, Di-Fr, 10-12.30, 14.30-17 Uhr, Sbd + So 11-17 Uhr. www.museum-eckernfoerde.de

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