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Kultur Gypsy Swing gegoogelt
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07:01 07.01.2019
Von Jörg Meyer
Szene aus „Mythos Django Reinhardt“ mit Martin Weiss (Violine), Schauspieler René Rollin und Gigi Reinhardt (Gitarre). Quelle: Landestheater
Rendsburg

Mythen wollen entsockelt, ins Reale zurückgeholt und dort neu erfahrbar werden. Das haben auch Autor Peter Baumann und Regisseur Peter Grisebach vor. Doch „Spotlights“ aus Django Reinhardts Leben findet man auf Google und Wikipedia ausreichend ausführlich beschrieben - viel mehr bringt Baumann auch nicht, bis auf ein paar Anekdoten. Die von der Band im steten Wechsel recht artig im Reinhardt-Sound gespielten Klassiker von "Bei mir bist'de scheen" über "All of You" bis zu den auch nur recht milde glühenden "Schwarzen Augen" finden sich bei Youtube in weitaus swingenderen und spritzigeren (Original-) Versionen. Den Abend im gut besuchten Rendsburger Theater hätte man sich so gesehen also sparen können.

Handicaps führten zu wegweisendem Sound

Dabei hätte man gern mehr erfahren von dem wechselvollen und auch zerrissenen Leben eines Ausnahme-Musikers, der aus seinen Handicaps (bei einem Brand verkrüppelte Hand, fortwährend auf der Flucht vor, aber notgedrungen auch im Bunde mit den rassistischen Nazi-Schergen) ganz neue Spieltechniken auf der Gitarre und damit einen wegweisenden Sound im Jazz entwickelte.

Zwei Sound-Zeugen Djangos

Im häufig übersteuert erzählenden Monolog versucht René Rollin als Django geradezu verzweifelt, Theater in seinen von Baumann vorgeschriebenen Wiki-Text zu bringen. So freut man sich, wenn gleich wieder Musik kommt. Im Quintett spielen immerhin zwei Sound-Zeugen und Erben Djangos: Gitarrist Gigi Reinhardt und Martin Weiss auf der Violine, die der von Djangos Weggefährten Stéphane Grapelli nahekommt. Kay Franzen am Klavier, Bassist Kai Stemmler und Peter Baumann an den Drums wollen mithalten, was zumindest laut Szenenapplaus gelingt.

Band also okay. Doch mit Theater, geschweige Revue, hat diese Collage wenig zu tun.

Weitere Aufführungen: Fr., 11.1., Schleswig, Slesvighus; Sa., 12.1., Flensburg, Stadttheater, jew. 19.30 Uhr. Karten: www.sh-landestheater.de

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