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Kultur Neue Ateliergalerie in der Wik heißt "leckerkunst"
Nachrichten Kultur Neue Ateliergalerie in der Wik heißt "leckerkunst"
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17:55 10.06.2009
Kiel

Gute Gründe für Kerstin Mempel und Corinna Kraus-Naujeck, eine Künstlergemeinschaft zu gründen, in der sie den künstlerischen Austausch intensivieren und gemeinsame Projekte in Angriff nehmen wollen. Als Gruppe tragen sie den Namen „Blauschimmer“ - ein Begriff, in dem alles mitschwingt, was den beiden wichtig ist: Wasser, Transparenz, Vielschichtigkeit.

Das ehemalige Atelier von Corinna Kraus-Naujeck in der Wik haben die beiden Künstlerinnen in die schmucke Ateliergalerieleckerkunst“ umgewandelt, in der künftig auch Gastkünstler willkommen sind. Die Eröffnungsausstellung bestreiten sie jedoch gemeinsam:

sea clouds - Wolken über Kiel. Schon der Titel verrät die Liebe zum Meer, die sich im Werk beider Künstlerinnen niederschlägt. Corinna Kraus-Naujeck, die in ihrer Geburtsstadt Berlin Bibliothekswesen studiert und das Malen und Zeichnen von Künstlern der Hochschule der Künste gelernt hat, verbringt viel Zeit in Dänemark und Schweden.

Alte Seekarten dienen ihr als Bildgrund für ihre Arbeiten, die sie bedruckt, bemalt und mit feinen Zeichnungen versieht. Hier und da kleben winzige Perlen wie Seepocken auf einer Arbeit, darunter tummeln sich Muscheln und Schildkröten neben landschaftlichen Elementen und filigran verästeltem Blattwerk. Libellen spielen die Hauptrolle in einer anderen Bildserie, aufgebaut aus Schichten von Stoff und Papier, akzentuiert mit diversen Nähutensilien vom Knopf bis zum durchgenähten Faden. „Die Bildidee verändert sich oft beim Arbeiten“, so die Künstlerin, die durch Weglassen eine Klarheit, durch Schichtungen eine Doppeldeutigkeit herzustellen versucht. Das scheinbar Widersprüchliche erzeugt Irritationen und regt zum Nachdenken an.

Kerstin Mempel hat Freie Kunst bei Peter Nagel und Elisabeth Wagner an der Muthesius-Kunsthochschule studiert. In der Kieler Kunstszene kennt man ihre hintersinnigen, nicht selten witzigen Bildgeschichten in ausgefeilter Schichttechnik. Auch in ihren aktuellen Arbeiten fügt sie Zeichnungen auf Folien zu farbenfrohen Aquarellen und bezieht bisweilen sogar den Rahmen als Bildträger mit ein. Kieler Motive in Holtenau, Mönkeberg und Strande hat sie direkt vor Ort mit feinem Stift auf Aquarelle gezeichnet, die, mit Ostseewasser gemalt und durch Salz und Sand markant strukturiert, einen leuchtenden Bildgrund bieten. Dabei begnügt sie sich nicht mit dem akribischen Abbilden örtlicher Gegebenheiten, sondern fügt ihren Kompositionen skurrile Details hinzu, die ihre Arbeiten so liebenswert und unverwechselbar machen.

Ihre Köpfe stecken in gummiartigen Noppenhüllen und ragen unbehaglich aus amorpher Masse, ihre Körper sind umwickelt mit Schläuchen oder baumeln wie Spindeln an Geräten, deren Funktion zweifelhaft ist.

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