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Kultur Lotse durch die Gedenkstättenlandschaft
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Neuer Wegweiser zu Orten des Erinnerns an die NS-Zeit in Schleswig-Holstein

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13:20 03.02.2021
Von Konrad Bockemühl
Auch ein Ort des Erinnerns: Ein Stempel, der den Tod bedeutete, als Mahnmal für die Opfer der Gestapo in der Kieler Düppelstraße 23.
Auch ein Ort des Erinnerns: Ein Stempel, der den Tod bedeutete, als Mahnmal für die Opfer der Gestapo in der Kieler Düppelstraße 23. Quelle: Jens Rönnau
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Ahrensbök, Glückstadt, Ladelund, Nützen, Schwesing, Wedel – wer weiß schon, dass das nationalsozialistische Regime auch in diesen schleswig-holsteinischen Gemeinden Konzentrationslager einrichten ließ? Dass hier tausende Menschen aus halb Europa ihrer Freiheit beraubt, gedemütigt, geschunden und oft ermordet wurden? Auch wenn diese Lager weitaus weniger bekannt sind als die großen Terrorstätten wie etwa Bergen-Belsen, Buchenwald, Dachau oder gar Auschwitz, wird in Schleswig-Holstein ebenfalls an vielen „authentischen“ Orten an die Herrschaft und Verbrechen des Nationalsozialismus erinnert.

Opfer-Schicksale und Täter-Biografien

In den letzten beiden Jahrzehnten hat sich hierzulande eine vielfältige „Gedenkstättenlandschaft“ herausgebildet. Vereine und Initiativen, Kirchen, mitunter Kreise und Kommunen tragen die Einrichtungen, in denen sich Haupt- wie Ehrenamtliche engagieren. Das Schicksal von Opfern der NS-Diktatur ebenso dokumentierend wie Biografien von Tätern, erzählen die Erinnerungsorte auch die Geschichte der schwierigen Auseinandersetzung mit der Zeit „Dritten Reiches“ seit 1945.

17 Erinnerungsorte mit Bildungsangeboten

Die umfassende Broschüre der Bürgerstiftung Schleswig-Holsteinische Gedenkstätten (BGSH) versteht sich als „Lotse durch eine vielgestaltige Topografie des Erinnerns“. Ob es nun die Gedenkstätte Ahrenbök ist, der Kieler Gedenkort Arbeitserziehungslager Nordmark oder das Henri-Goldstein-Haus in Quickborn – 17 Orte mit Bildungsangeboten werden ausführlich vorgestellt, weitere 32 kurz porträtiert. Der Kieler Historiker Prof. Gerhard Fouquet, Vorsitzender des BGSH-Vorstands, hofft, mit der Publikation „möglichst viele Menschen, insbesondere der jungen Generationen, für diese so wichtigen Orte der historisch-politischen Bildung zu interessieren“ und zu sensibilisieren. 

Gedenkstätten und Erinnerungsorte zur Geschichte des Nationalsozialismus in Schleswig-Holstein. Wegweiser und Bildungsangebote, Redaktion: Dr. Harald Schmid/BGSH, 114 Seiten, 5 Euro. Zu beziehen auch über die Geschäftsstelle der BGSH in 24768 Rendsburg, Am Gerhardshain 44. Internet: www.gedenkstaetten-sh.de