Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Kultur Landgrens Tribut an Bernstein
Nachrichten Kultur Landgrens Tribut an Bernstein
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:14 21.08.2018
Von Thomas Bunjes
Nils Landgren (Posaune), Wolfgang Haffner (Schlagzeug) und Juri De Marco (Horn). Quelle: Axel Nickolaus
Anzeige
Hamburg

Ganz anders beginnt das rund zweieinhalbstündige, von zeitweise minutenlangem Beifall umrauschte SHMF-Konzert im ausverkauften Saal: mit einem verhaltenen, berückenden Intro. Spielend schreiten die Musiker der Jungen Norddeutschen Philharmonie und des ebenfalls jungen Stegreif-Orchesters aus dem Zuschauerraum die Treppen herab gen Bühne.

Noch mehr von Bernstein

Aus dem getragenen Gesumm schält sich kurz America aus "West Side Story" heraus und Landgren, unterm Dreiteiler das notorisch lebendig gemusterte Hemd, kommt auf seiner roten Posaune blasend seitlich herein. Doch noch mehr aus der Feder des genialen Komponisten steht auf dem Programm "Some Other Time – A Tribute to Leonard Bernstein".

Anzeige

Mit Weltklasse-Drummer Wolfgang Haffner

Ähnlich getragen geht es weiter mit A Simple Song, doch schon hier herrscht eine unterschwellige Unruhe, deren wesentlicher Herd der dynamische deutsche Weltklasse-Drummer Wolfgang Haffner ist. Auch die übrigen Mitglieder von Landgrens Band sind exzellent: die Hamburger Kontrabassistin Lisa Wulff, der schwedische Pianist Jan Lundgren und am Vibraphon Wieland Wenzel, gebürtiger Lübecker und Solopaukist bei den Berliner Philharmonikern (Landgren: „Heute erlebt er was Richtiges!“). Sie erweisen sich als der erwartungsgemäß gelenkige Klangkörper, der frappierend organisch mit den jungen Bläsern und Streichern harmoniert.

Barfüßige junge Musiker

Ins zweite Set nach der Pause starten die jungen Orchestermusiker, das ganze Konzert über barfuß, und zeigen wieder, wie spannend dieser Raum bespielt werden kann. Diesmal strömen sie spielend und auch singend vom zweiten Rang aus zur Bühne, wo Landgren sich spielend einreiht.

Und ganz zuletzt: "Somewhere"

"Somewhere", das wohl populärste Stück aus West Side Story, haben sie sich als letztes vor der fulminanten Zugabe aufgespart. „Leonard Bernstein war ein großer Humanist und hätte es gut gefunden, dass wir damit aufhören“, sagte Landgren, und die fabelhaft arrangierte Ballade erntet berechtigt stehende Ovationen.