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Kultur Als wär's aus Schokolade
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17:06 15.06.2014
Von Beate König
Playmo-Haarschopf im Großformat lässt Schmunzeln: Someone lost his hair heißt das Werk des niederlänsichen Künstlers Olivie. Quelle: Beate König
Büdelsdorf

Landtagspräsident Klaus Schlie und der russische Botschafter Wladimir Grinin und rund 100 der 250 ausstellenden Künstler eröffneten vor rund 2000 Gästen die inzwischen 16. Schau. 40 renommierte Künstler aus Russland zeigen bis Oktober im Russischen Pavillon zeitgenössische Kunst, eine Sonderausstellung mit dem Titel Chinese Garden lädt ins Kunst-Reich der Mitte ein.

Als „das internationale Fenster Schleswig-Holsteins“ bezeichnete Landtagspräsident Klaus Schlie in seiner Eröffnungsrede die in Europa größte Schau zeitgenössischer Kunst. Eine Plattform für junge Künstler und als einen Ort für Ideenaustausch erkannte der russische Botschafter Wladimir Grenin die NordArt. Büdelsdorfs Bürgermeister Jügen Hein schätzte die NorArt gleichermaßen als unpolitischen Raum, der Künstlern eine Stimme gibt und als kulturtouristischen Anziehungspunkt, dessen unverminderte Strahlkraft weit über die 10000 Einwohner große Stadt hinaus gehe.  Lob gab es für Kurator Wolfgang Gramm, von Förderer Hans-Julius Ahlmann wertschätzend „Master Brain“ genannt. Er stellt mit Erfahrung und Sinn fürs große Ganze Gemälde, Skulpturen, Fotografien, Installationen zusammen.

Gigantische Skulpturen und filigrane Installationen erwarten in diesem Jahr die Besucher der NordArt in Büdelsdorf. Zu den 1000 Werken der Gegenwartskunst, die auf gut 100000 Quadratmeter Fläche gezeigt werden, gehören Kunst-Tomaten, Bronzehunde und Stofftüten im XXL-Format.

Künstlerin Evgenia Barakina ging mit vor Begeisterung leuchtenden Augen durch die Hallen. „Das Niveau ist sehr gut, die Künstler sehr gut,“  befand die Malerin mit den belgisch-russischen Wurzeln. Das Ambiente in den Hallen, die Industriegeschichte atmen, faszinierte Barakina, die zum zweiten Mal ausstellt, die Schau jedoch zum ersten Mal besuchte. Favoriten ihrer Tochter Lia: Ein von Nevan Vuksanovic aus Draht und Wollfäden hergestellter Gepard mit sprechendem Ausdruck und die auf Holzpaletten drapierte Kunststofftomaten. Magret Hauschildt aus Aukrug stellte sich dagegen vor dem  kolossalen Hund mit dem Titel „Winston“ fürs Erinnerungsfoto in Pose. „Die Skulpturen gefallen mir ziemlich gut,“ sagte die 58-Jährige. „Ich bin erschlagen“, sagte Ingrid Hartmann nach zwei Stunden Kunst-Erlebnis. „Ich werde auf jeden Fall nochmal wiederkommen.“

Deutlich weniger überschwänglich war eine Besucherin. „Wir wollten draußen picknicken, haben uns extra ganz an den Rand gesetzt, um niemanden zu stören. Wir mussten wieder einpacken.“ Die Kielerin war sauer: „Beim Musikfest auf dem Lande vom Schleswig-Holstein Musikfestival geht das doch auch.“

NordArt, Büdelsdorf, Vorwerksallee 3,  bis 12. Oktober, Dienstag bis  Sonntag 11 bis 19 Uhr, Führungen Sonnabend 14 Uhr und nach Vereinbarung. www.nordart.de