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19:24 10.06.2019
Von Beate Jänicke
Energiegeladen: Szene aus „Als wir träumten“ (Junges Staatstheater Braunschweig). Quelle: Bettina Stoess
Kiel

Das passt auch viel besser zu diesem etwas anderen Festival, bei dem eine Kinder- und eine Jugend-Jury ihre favorisierten Stücke auswählt.

Doch bevor es so weit ist, gibt es mit dem Stück "Als wir träumten" des Jungen!Theaters Braunschweig noch einen letzten Festivalbeitrag zu sehen. Und der ist kein leichter Stoff. Wuchtige Techno-Klänge hämmern aus den Boxen. Sechs Männer und eine Frau bewegen sich auf der Bühne des Kieler Schauspielhauses eingezwängt wie in einem schwarzen Trichter (Bühne: Jasna Bošnjak). Mal rennen sie gegen die sie umgebenden Wände an, mal gleiten sie hilflos an ihnen ab. Ein wilder Tanz, der changiert zwischen wütendem Feiern und Aufbegehren.

Mischung aus Schauspiel und Tanz

Das Stück nach der gleichnamigen Romanvorlage von Clemens Meyer blickt zurück auf die Nachwende-Zeit im Osten Deutschlands, genauer in Leipzig. Eine Gruppe Jugendlicher, die eben noch beim „Freundschafts“-Appell der FDJ im Schulhof strammstehen musste, wird von von heute auf morgen in eine Zeit geworfen, in der alles um sie herum zusammenzubrechen scheint. Die Idee von Regisseur und Choreograf Jörg Wesemüller, die Erinnerung des Ich-Erzählers Dani (Robert Prinzler) in einer Mischung aus Schauspiel und Tanz auf die Bühne zu bringen, funktioniert. Die harten Gewaltszenen, wenn Danis Clique von Rechten verfolgt und verprügelt wird, werden so zu abstrahierten Bewegungsabläufen, statt zu blutspritzendem Naturalismus. Heftig genug bleiben sie dennoch.

Zwischen Überschwang und Verzeiflung

Auch die leisen Szenen wirken stimmig, als Dani etwa seine erste Liebe erlebt. Bei allem sind die sich dem Alkohol oder der Hoffnungslosigkeit ergebenen Eltern der Jugendlichen keine Stütze – im Gegenteil. Der kurze Sommer der Freiheit der Clique, ihr Neustart mit einem eigenen Techno-Club, scheitert. Leider sind die Dialoge des Stücks im Publikumsraum nicht immer gut zu verstehen. Die Mischung aus Überschwang und Verzweiflung kommt aber trotzdem durch das energiegeladene Spiel des gesamten Ensembles über die Rampe.

Gewinner aus Göttingen und Bremen

Nach einer letzten Beratungsrunde ist es dann soweit. Der musikalische Rahmen der Abschlussveranstaltung durch die Schauspieler-Crew des Werftparktheaters passt wunderbar zur Stimmung, die das Festival in den vergangenen fünf Tagen begleitete. Die Kinder-Jury im Alter von acht bis 13 Jahren und die Jugend-Jury zwischen 13 bis 18 Jahren verkünden jeweils den Gewinner ihrer Sparte mit einem eigens dafür ausgedachten und performten Song und einer Spielszene, mit der sie ihre Urteile originell begründen. „Einfallsreich“, „spaßig“, „vielfältig“ sei die Produktion "Ein Känguru wie du" des Deutschen Theaters Göttingen gewesen, in dem ein schwules Känguru gegen Vorurteile anboxt, lobt die Kinder-Jury ihren Preisträger.

Strotzend vor Fantasie

Bei den Jugendstücken gewinnt das vor Fantasie strotzende Stück "IOta.KI" des Jungen.Theaters Bremen und der Künstlergruppe sputnic , das mit seiner Mixtur aus Schauspiel und live animiertem Trickfilm begeisterte, aber auch „zum Nachdenken anregte“, wie die jugendliche Jury befindet. So gehen fünf voll gepackte Tage zu Ende, die einmal mehr zeigten, wie originell, abwechslungsreich und qualitätvoll Theater für junges – und durchaus auch erwachsenes – Publikum heute ist.

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