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Kultur Intensivkurs Chordirigieren am Kanal
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15:59 01.03.2019
Friederike Woebcken schult fließende Bewegungsabläufe beim Intensivkurs Chordirigieren im Pavillon des Nordkolleg Rendsburg. Quelle: Christian Strehk
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Rendsburg

Mit den aus Deutschland, der Schweiz und Österreich angereisten Chorleitern ist sie sich einig, dass es sich um einen ganz besonders heiklen Einstieg in der a-cappella-Literatur handelt. „Lasst uns deshalb ein bisschen über Technik reden: Wie gehen wir mit den notierten Pausen um? Wie platzieren wir den Konsonanten „r“ als Abschluss des ersten Wortes ’Hör’ ..., es klagt die Flöte’?“

Spricht Brahms' Musik Theatersprache?

Sofort entspinnt sich eine lebhafte Diskussion. Soll man den Ton auf- und abschwellen lassen? Oder ist Brentanos Aufforderung zu aufmerksamem Lauschen ein Grund, den Klang eher wie gebannt still stehen zu lassen? Was passiert gar, wenn man das „r“ weglässt? „Dann besteht die Gefahr“, gibt Woebcken zu bedenken, „dass der Ton in ein umgangssprachliches ’Hööööa’ abgleitet“. Zu norddeutsch, selbst für Brahms. Singen – auch im Chor – stehe nunmal der Theatersprache nahe. Außerdem habe der Konsonant den Vorteil, dass der Apparat der Klangproduktion sich stärker fokussiert und auf einen Abschluss eingestellt werde.

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Nuancen in der Feinmotorik

Solche Nuancen in der menschlichen Feinmotorik spielen auch eine Rolle, wenn Woebcken die Teilnehmer dann beim Dirigieren beobachtet und korrigiert. Der Fluss der Bewegung, der schwingende Schlag in der Rechten, eine Intensitätssteigerung Vorwärtsbewegung in der Linken – alles kommt auf den Prüfstand. Tatsächlich haben Finger einer abgerundeten Handhaltung in Pianistenmanier weniger Kontakt zu den Choristen als derselbe Armschwung mit gespannt gestreckten Fingern. „Immer stellt sich die Frage, was einen weiterführt. Der Schluss eines Wortes oder einer Phrase kann ein wunderbarer Energiespender für das Nachfolgende sein.“

Vertrauen statt Hektik

Immer wieder warnt die Professorin davor, in die Dirigierbewegung kleine Nachkorrekturen einfließen zu lassen: “Vertrauen in die Choristen ist zentral wichtig. Wenn der Einsatz dann doch klappert, dann ist das eben so. Er klingt dafür schöner und weicher. Ich löse durch spontane Korrekturen lediglich Hektik und Verspannungen aus.“

Madrigalchor Kiel dient als Klangkörper

Gestern Abend hat sich dann der Madrigalchor Kiel als Klangkörper zur Verfügung gestellt. Er ist auch das von Woebcken bereits bestens auf das Repertoire vorbereitete Ensemble, das in den Proben und beim Abschlusskonzert möglichst flexibel auf die Zeichengebung der aktiven Kursteilnehmer reagieren wird.

Abschlusskonzert in der Christkirche

Abschlusskonzert So 3. März, 17 Uhr, Christkirche Rendsburg. Madrigalchor Kiel, Friederike Woebcken. Die Absolventen des Intensivkurses Chordirigieren am Nordkolleg dirigieren Werke von Brahms, Cornelius, Stenhammer, Nistet, Norgard, Grieg und Mendelssohn.

Von Christian Strehk

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