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Kultur Wenn Ernst Ernst begegnet
Nachrichten Kultur Wenn Ernst Ernst begegnet
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18:28 28.01.2019
Von Sabine Tholund
Verwirrspiel für Vier: (v.li.) Lukas Heinrich, Robin Schneider, Meike Schmidt und Eva Maropoulos Quelle: Henrik Matzen
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Schleswig

Es gibt zweifellos viele Kriterien, die die Wahl des Lebenspartners beeinflussen - der Vorname gehört wohl eher selten dazu. Anders in der Komödie „Bunbury“. Hier flippen die Damen schier aus, wenn ihnen ein Mann mit dem Namen Ernst begegnet. Nur ein Ernst kommt für sie als Heiratskandidat in Frage und das ist so bescheuert, dass es schon wieder komisch ist.

Jede Menge herrlicher Unsinn

Eine Menge Unsinn wird geredet in „Bunbury“, frisch inszeniert von Fabian Alder am Landestheater.  Den Untertitel des Erfolgsstückes von Oscar Wilde hat der Regisseur unterschlagen. Dabei taugt der Zusatz: „oder die Wichtigkeit, Ernst zu sein“ durchaus als Schlüssel zu der Komödie, die 1895 das oberflächliche Leben übersatter Mitglieder der Oberschicht auf subtile Weise entblößte.

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Gecken und gurrende Weibchen

Auf einer Bühne, die auf jegliche Requisiten verzichtet, erscheinen und verschwinden die Akteure durch türkisfarbene Drehtüren, die gefühlt pausenlos  in Bewegung sind (Bühne und Kostüme: Lucia Becker). Hier überbieten sich die Protagonisten Jack und Algernon (gestelzt: Robin Schneider und Lukas Heinrich) sich in Sachen Nichtsnutzigkeit. Alder stellt den beiden geckenhafte Typen je ein schrilles, gleichwohl gurrendes Weibchen beiseite und Meike Schmidt und Eva Maropoulos spielen als Ernst-Verrückte Herzdamen ihre Partner in bester Dick- und Doof-Manier komödiantisch an die Wand.  Das Premierenpublikum in Schleswig hatte seinen Spaß daran.

www.sh-landestheater.de