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Kultur Ein bisschen deutsch
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07:00 20.06.2018
Von Ruth Bender
Ohne Croissants kann sie leben, aber im Urlaub fährt sie nach 18 Jahren Langeoog lieber wieder gen Süden: Pascale Hugues. Quelle: Marco Ehrhardt
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Kiel

„Wahrscheinlich schon“, schreibt die Journalistin und Autorin im Vorwort zu ihrem Buch "Deutschland à la française" (Rowohlt Berlin), das sie im voll besetzten Literaturhaus vorstellte. 1989 kam die gebürtige Elsässerin nach Berlin und durchleuchtet seither für verschiedene Tageszeitungen mit "zwei feinen Antennen" deutsche Befindlichkeiten.

Heimatgefühl in Berlin und Straßburg

Sie schätzt eine Entspanntheit, die sich die Deutschen nicht unbedingt selber zuschreiben würden, und sie lästert über das Hierarchie-Gehabe und die Unzuverlässigkeit der Franzosen. Wieviel leichter sich das Geschlechterverhältnis in Frankreich gestaltet, gefällt ihr, während ihr ein Croissant in Deutschland nicht fehlt: „Die sind mir zu fettig ...“

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„Meine Heimat“, sinniert Pascale Hugues im Gespräch vor der Lesung, „das sind Berlin und Straßburg.“ „Ich mag den Begriff nicht auf Länder beziehen; Heimat ist für mich ein Lebensort, da wo man Freunde hat und sich das Leben abspielt.“

Was Elysee-Palast und Kanzleramt verraten

Mit dem Blick der Alltagsethnologin spießt Pascale Hugues in ihren Kolumnen Banales und Besonderes auf. Dem umstandsfreien Strandleben in Langeoog stellt sie das Reglement an der Côte d’Azur gegenüber, wo sich der Klassenkampf an der Frage „Mietliege oder nicht“ entscheidet. Und in der Gegenüberstellung von Elysee-Palast und Kanzleramt macht sie mit feiner, aber unüberhörbarer Ironie die unterschiedlichen Machtmodelle sichtbar.

Auch auf Frankreich schaut die Journalistin mittlerweile mal mit dem Blick von außen. „Man gehört nirgendwo mehr richtig hin“, stellt sie fest, „das ist schon komisch, manchmal auch schmerzhaft.“ Und wem drückt sie bei der Fußball-WM die Daumen? Die Antwort kommt ohne Zögern: "Frankreich, ohne Zweifel!"