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Kultur Am Ende ist überall Blut...
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20:42 02.11.2015
Von Thomas Richter
Gefangene im Gesetz des Krieges: Hauptmännin (Tina Galinsky, l. ), Königin Penthesilea (Henriette Krumbeck, 2. von r.) und ihre tapferen Kampfgefährtinnen. Quelle: Björn Schaller
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Kiel

Dieser Stoff, der in machtvoller Sprache auch vom Irrsinn des Krieges erzählt, handelt im Kern von der schicksalhaften Zerrissenheit eines fühlenden Individuums, das in einer gesellschaftlichen Ordnung gefangen ist, die eben diesem menschlichen Empfinden mit einer Null-Toleranz-Haltung entgegensteht: Vor den Toren Trojas tobt der Kampf der Griechen gegen die Trojaner. In dieser Schlacht nun mischen aus heiterem Himmel auch die Amazonen unter ihrer Königin Penthesilea mit. Um ihr Geschlecht mit genügend weiblichem Nachwuchs (Jungen werden getötet) am Leben zu erhalten, wählt Gott Mars, einem uralten Gesetz folgend, für jede Amazone einen männlichen Partner, den diese im Kampf bezwingen muss. Klar, individuelle Partnerwahl ist durch dieses Amazonengesetz untersagt. Penthesilea aber hat nun eine Wahl getroffen, als sie sich in den Griechen-König Achill verliebt.

Trotz Kampfes gibt es kein Happy End

Ihre brennende Liebe, die angeborene Kampfeslust und der unbeugsame Wille, trotz allem das heilige Gesetz der Ahnen zu befolgen, führen dazu, dass sich Penthesilea mit ihren Mitstreiterinnen immer wieder in den Kampf gegen Achill und seine tapferen Griechen wirft. Obwohl es der Königin schließlich gelingt, mit der unbarmherzigen Gesellschaftsform der Amazonen zu brechen gibt es kein Happy End. Am Ende ist überall Blut, die Liebenden sind tot, aber das starre Gesetz bleibt unangetastet.

Als Regisseur und 1. Vorsitzender des Theater Augenblicke wagt sich Detlef Götz zum ersten Mal an die deutsche Klassik. Mit beachtlichem Erfolg, denn schon formal gelingt die Inszenierung. Mythologisch unterfütterte Schlachten und monumentale Blutbäder in einem kleinen, nahezu leeren Zimmertheater darzustellen, das kann schon mal schiefgehen.

Mündige Zuschauer sind begeistert

Götz verlässt sich aber auf die Vorstellungskraft des Publikums und die Stärke des Textes, illustrierend wirken nur die dramatischen Musik- und Toneinspielungen. Die sich zunehmend auf dem Bühnenboden sowie den Kostümen und Körpern des durchweg blendend aufspielenden Ensembles ausbreitende Blutspur nimmt Götz als Symbol sowohl für den sprudelnden Lebenssaft menschlicher Leidenschaft als auch für den seelenlosen Schmutz, den Krieg und Tod produzieren. Den Zuschauern gefiel es, und sie bedankten sich für diese pointierte und spannende Inszenierung mit großen Applaus.

Möbelhaus Dela, Eggerstedtstr. 9. Termine: 14.+21. Nov.; 5.Dez., 20.30 Uhr. 15.+22. Nov., 6. Dez., 18 Uhr. Karten 0431 / 93050; www.theater-augenblicke.de 

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