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Kultur Springteufel und Polkareigen
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21:15 18.03.2018
Musikalische Botschaften an alle Altersklassen: Philharmonisches Konzert mit GMD Georg Fritzsch und Pianist Olli Mustonen. Quelle: Manuel Weber
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Kiel.

Der sympathische finnische Pianist Olli Mustonen ist eine Art Idealbesetzung für die "Paganini-Rhapsodie op. 43" des russischen Exilanten Sergej Rachmaninow. Denn sein perkussiv-kristalliner Anschlag, seine Springteufeleien auf den Tasten verwandeln den Variationenzyklus von einem spätromantischen Virtuosenheizer mit Überdampf in ein hochgradig spannungsvolles, reich schillerndes Tongebilde der 1930er-Jahre.

Konzertmeister Richard Soldan führt zur Orientierung den Wahnwitz des Paganini-Originals vor. Und obwohl Fritzsch (zu) wenig über die Rhapsodie sagt, bespiegelt es Mustonen ausdrucksstark. Sogar die grenzwertig kitschige, weil Hollywood-süchtige Werbetrailer-Variation 18 hört man hier angenehm kernig und zupackend.

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Die Philharmoniker greifen am knackig kalten Wintermorgen den nordischen Mustonen-Stil hellhörig und klangsatt auf, während sie nach der Pause auf böhmische Musikanten-Schwelgerei umschalten. Denn der Dirigent will die ausgewählten drei Sätze aus Smetanas Zyklus "Mein Vaterland" bei flexibel atmenden Tempi in duftigen Farben malen. Und mit seinen launig aufgeräumten Erläuterungen und Hörbeispielen erreicht er spürbar eine konzentrierte Aufmerksamkeit bei den Ohren aller Altersklassen.

Das Konzert wird am Montag, 19. März, um 20 Uhr im Kieler Schloss wiederholt. Karten: Tel. 0431 / 901 901. www.theater-kiel.de

Von Christian Strehk

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