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Kultur KN-Bühne mit Stefan Schwarck: Kurze Gedichte im Vorbeifahren
Nachrichten Kultur KN-Bühne mit Stefan Schwarck: Kurze Gedichte im Vorbeifahren
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20:00 21.05.2020
Von Beate Jänicke
Stefan Schwarck auf der KN-Bühne. Quelle: Frank Peter
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Kiel

Stefan Schwarck ist ein hellwacher Kopf, der seine Umgebung ganz genau wahrnimmt und aus dem, was er sieht, prompt Ideen spinnt. So wie in der KN-Kundenhalle, wo er sich für den Video-Dreh zur KN-Bühne just vor einem Schild mit der Aufschrift „Regionale Produkte“ positioniert und bemerkt: „Ich bin ja auch so ein regionales Produkt.“ Kann man sagen.

Stefan Schwarck ist Kieler („aber so was von“), Autor, Lyriker, Bühnenpoet und als solcher dem Publikum der Kieler Lesebühne „Irgendwas mit Möwen“ bestens bekannt.

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Ein bisschen ungewohnt sei es ja schon so ohne Live-Publikum aufzutreten, überlegt der Poetry Slammer: „Ich hoffe nur, ich muss mich nicht daran gewöhnen.“ Für den Auftritt hat er verschiedene Prosa- und auch Lyriktexte mitgebracht. In einem davon erklärt Stefan Schwarck, der schon in verschiedensten Professionen vom Stadtführer über den Sprachlehrer bis zum Dozenten unterwegs war, auf sehr unterhaltsame und durchaus auch selbstironische Weise, warum es am Ende dann doch unbedingt die Dichtung für ihn sein musste.

Er habe Gutes tun wollen und immer schon davon geträumt, dass mal in Bus oder Flugzeug der Ruf ertönen würde: „Das ist ein Notfall, ist ein Dichter anwesend?“ Worauf er dann antworten könnte: „Lassen Sie mich durch, ich bin Poet!“

Video: Stefan Schwarck auf der KN-Bühne

KN-Bühne: Spendenaktion

KN-Bühne: So können Sie spenden

Die KN-Bühne lädt täglich außer montags um jeweils 20 Uhr zur Vorstellung KN-online. Damit bietet sie den vom Veranstaltungsverbot der Corona-Krise besonders hart getroffenen freien Künstlern eine Plattform.

Spenden gehen auf das Konto von „KN hilft e.V.“ bei der Fördesparkasse (DE 05 2105 0170 1400 2620 00). Die Summe wird wöchentlich unter den beteiligten Künstlern aufgeteilt).

Am Freitag, 22. Mai, tritt Musiker Frederik Schlender auf.

Wie gut, dass er als solcher immer ein Gedicht in der Tasche hat. Zum Beispiel eins seiner „Drive-By-Poems“, kurze Gedichte im Vorbeifahren. Eins ist in der Anthologie „Kiel im Gedicht“ erschienen und trägt passenderweise den knappen Titel „Kiel“. Es ist das kürzeste Poem im ganzen Buch: „Zwischen / Häusergiebeln / Hafenkräne.“

Damit ist wirklich schon einiges über die Landeshauptstadt Kiel erzählt. Schön böse dagegen das aus aktuellem Anlass entstandene Gedicht „Das Möwenlied von der Pandemie“, in dem von einer Möwe berichtet wird, die sich über ihre eingeschränkten Bürgerrechte aufregt und dringend „ungeniert und unbemaskt in die Lüfte niesen will“. So viel sei verraten – es geht nicht gut aus.

Stefan Schwarck sieht Shutdown gelassen

Stefan Schwarck selbst ist zwar vom Shutdown der Kulturveranstaltungen getroffen, aber sieht die Dinge gelassen. Es gehe ihm doch gut, sagt er: „Ich muss nicht unter Lebensgefahr arbeiten.“ Wie manche Pflegekraft. Zudem sei die Solidarität unter den Künstlerkollegen und anderen Kulturtreibenden enorm groß. Man bastele an neuen Formaten.

Zu diesen eher nachdenklichen Tönen passt auch, dass sich Stefan Schwarck schon seit zwei Jahren mit seiner Stiftung „Die blaue Stadt“ für Menschen in Hospizen, auf Palliativstationen und in der Kinderonkologie engagiert, wo er Workshops gibt. Auch das hofft er, bald wieder tun zu können.

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Diese Künstler standen schon auf der KN-Bühne - zu den Videos: