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Kultur Kurioses Typenkabinett
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09:55 25.09.2019
Von Beate Jänicke
Ego-Show trifft schwäbische Ordnungsfanatikerin: (v.li.) Jule Nero, Oleksandra Zapolska, Josch Riese und Martina Riese. Quelle: Björn Schaller
Kiel

„Okay, Ihr Süßen“, ruft Regisseurin Tina Wagner ihren Schauspielern zu, um die Durchlaufprobe im Bühnensaal des Lore & Lay Theaterschiffs zu starten. Die Vier tummeln sich bereits hinter den Kulissen und Theaterleiterin und Schauspielerin Martina Riese ruft: „Noch zwei Minuten!“ Und schon geht es los. Im nüchternen VHS-Ambiente, auf der Bühne bebildert durch Mehrzweckstühle und eine Flipchart-Tafel, prallen diverse Welten aufeinander.

Unbeschreiblich weiblich an der VHS

Es ist eine denkwürdige Truppe, die sich da im Volkshochschulkurs zum ebenso weitgefassten wie beziehungsreichen Thema „Unbeschreiblich weiblich“ versammelt. Und das auch noch unter der Kursleitung eines Mannes – Herrn Schuler, gespielt von Josh Riese. Der betritt als erster den Raum und rückt schnell noch einmal alles zurecht. Dann trudeln sie so nach und nach ein, die Kursteilnehmerinnen: Die allzeit schwäbelnde Hausfrau Ute (Martina Riese), die jeden denkbaren Fleck auf der Stelle auswäscht, die etwas zwanghafte Anwältin Verena (Oleksandra Zapolska), die wenig selbstsichere Kunstlehrerin Lola (Esther Barth/ Heidi Mercedes Gold) und die hyperaktive Influencerin Eva (Jule Nero), die alles permanent fotografieren und sofort posten muss. Auch der Kursleiter trägt seinen Teil zur Gruppendynamik bei. Ein kurioses Typenkabinett.

"Nicht nur ein Schenkelklopfer"

Was war ausschlaggebend, genau dieses Stück auszuwählen für die zweite Produktion auf dem neu eröffneten und räumlich sehr gelungenen Theaterschiff am Willy-Brandt-Ufer? „Ich habe es vor etwa zwei Jahren in Neu-Ulm gesehen“, erzählt Martina Riese. „Es hat mir gleich gefallen. Vor allem die verschiedenen Charaktere der Frauen, die auf den ersten Blick so gar nicht zusammenzupassen scheinen.“ Regisseurin Tina Wagner ist ebenfalls angetan vom Stoff der Autorin Petra Wintersteller von 2011. „Es geht natürlich um den komödiantischen Aspekt. Da darf sich jeder und jede im Publikum auch wiedererkennen und über sich selbst lachen.“

Aber es gebe auch eine tragikomische Seite der Geschichte, sichtbar in einigen ernsthaften Problemen, die die Figuren hätten. „Und die nehmen wir auch ernst, diese Situationen verulken wir nicht, sondern lassen sie als solche stehen. Um danach hoffentlich wieder die Kurve ins Komödiantische zu kriegen.“ Auch Martina Riese betont diese Doppelbödigkeit der Geschichte: „Es ist natürlich Komödie, aber keineswegs durchweg ein Schenkelklopfer“. Und Tina Wagner ergänzt: „Es ist ein Auf und Ab – wie im Leben.“

Premiere: Donnerstag, 26. September, 20 Uhr, Lore & Lay Theaterschiff, Willy-Brandt-Ufer. Karten: Tel 0180-670073. www.loreundlay-theater-schiff.de

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