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Kultur „Der Kahn ist eine Perle“
Nachrichten Kultur „Der Kahn ist eine Perle“
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12:46 17.08.2019
Von Thomas Richter
Theaterfrachter Lore Lay – Premiere des ersten Stücks „Landratten an Bord“. Vlnr: Aljoscha Riese, Martina Riese und Wolfram B. Meyer Quelle: Björn Schaller
Kiel

Eine Perle, deren Echtheit und Wert zur Eröffnungspremiere „Landratten an Bord. Frauen Männer und andere Katastrophen“  offensichtlich war. Für deren Entfaltung zur vollen Pracht es allerdings an einzelnen Stellen noch ein wenig Politur braucht. „Wir sind eben nicht ganz fertig geworden“ gibt Theaterleiterin Martina Riese in Gestalt ihre Bühnenfigur, der Bardame Lore, freimütig zu und fügt an, „das Tolle dabei ist.  Je häufiger Sie wiederkommen, desto mehr neue Sachen werden Sie entdecken.“

Die Belüftungsanlage hakte noch

Wer sich also in Zukunft den Spaß machen sollte, das vielgestaltige Repertoire des Lore & Lay Theaters zu besuchen, darf sich neben bester Unterhaltung unter anderem auch auf die Wirkung der aufwendigen Belüftungsanlage freuen. Bei der hakte es am Premierenabend nämlich noch, weswegen in dem Theaterraum unter Deck tropische Temperaturen herrschten.

Große Pläne auf dem Sonnendeck

In der Pause strömte dann natürlich alles nach draußen, und das großzügige Sonnendeck erfüllte auch zu abendlicher Stunde seinen Zweck: Frische Luft, und ein unbezahlbarer Blick auf Kiel und die Förde. Schon wurden Pläne geschmiedet, wie man das auch privat zu pachtende Schiff für Feierlichkeiten aller Art verwenden könnte. Von „Silberhochzeit“ war an einem Tisch die Rede, an anderer Stelle träumte man von einem runden Geburtstag. Eine Zuschauerin regte an, dass das Theater hier auf jeden Fall Silvester feiern solle.    

Entlarvender Blick in den Beziehungsalltag

Wenn man ein Theaterschiff erst auf den letzten Metern vor einer Premiere flott bekommt, dann hat das natürlich auch verzeihliche Auswirkungen auf die künstlerische Arbeit.

Martina Riese und ihre Schauspielkollegen Aljoscha Riese und Wolfram Meyer spielten tapfer gegen das Eröffnungs- und Premierenfieber an, improvisierten gekonnt, wenn es nötig war,  und servierten einen launigen und unterhaltsamen Abend. Bewusst mischt Martina Riese in ihrem bereits vor einiger Zeit selbst geschriebenen Stück Kalauer und Klischees sowie „Loriot“-artige Zwischenfälle, hintergründige Einsichten und ein bisschen Slapstick zu einem entlarvenden Blick in den Beziehungsalltag, der zeigt, das Mann und Frau im Allgemeinen und Ehepaare im Besonderen weder mit, noch ohne einander  können. Was also zählt in der Zweisamkeit? Titanic oder Länderspiel? Damenwäsche oder Männerstrip?  Ehe- oder Haushaltspflichten? Oder endet doch alles in einem romantischen Sonnenuntergang? Den jedenfalls wünscht man den mutigen Theatermachern und deren Publikum für viele Jahre. Und das von ganzem Herzen.

Theaterschiff am Willy-Brandt-Ufer: Vorstellungen, Karten und Infos finden Sie hier.

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