Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Kultur Quoten im Fernsehjahr 2011: RTL gewinnt
Nachrichten Kultur Quoten im Fernsehjahr 2011: RTL gewinnt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:02 29.12.2011
RTL konnte seinen Vorsprung ausbauen. Archivfoto: Rolf Vennenbernd
Berlin

Zu den Ursachen zählt unter anderem, dass 2011 kein Sportjahr mit Olympia oder Fußball-Großereignissen war und die Privatsender im Showbereich, in den Tagesprogrammen und am Vorabend dominieren. In Zahlen sieht es in der Spitzengruppe so aus: RTL verbesserte nach Messungen der GfK-Fernsehforschung in Nürnberg (Stand: bis 29. Dezember) seinen Marktanteil von 13,6 auf 14,1 Prozent und verwies damit die ARD, die von 13,2 auf 12,4 nachgab, noch deutlicher als im Vorjahr auf Platz zwei. Auch das ZDF musste Federn lassen und fiel von 12,7 auf 12,1 Prozent Marktanteil. Relativ wenig tat sich bei der privaten Konkurrenz: Sat.1 lag zum Jahresende 2011 bei 10,2 (nach 10,1 Prozent im Jahr 2010) und ProSieben bei 6,2 Prozent (6,3 Prozent).

In der ARD-Medienforschung wird das schwache Jahr mit einer gewissen Gelassenheit registriert. Es handele sich dabei lediglich um eine Verschiebung innerhalb der großen Sender, hieß es von dort. Im nächsten Jahr könne die Bilanz schon wieder anders aussehen. Die Hoffnungen von ARD und ZDF ruhen auf der Übertragung der Olympischen Spiele sowie der Fußball-Europameisterschaft im Sommer 2012. ARD-Programmdirektor Volker Herres hatte vor einem Jahr für 2012 die Rückeroberung der Marktführerschaft angekündigt, kürzlich jedoch seine Aussage relativiert, als er sagte: Er habe nur nie dementiert, wenn ihm jemand dies in den Mund gelegt habe.

RTL legte zu Jahresbeginn 2011 gleich forsch los: Das Dschungelcamp «Ich bin ein Star - Holt mich hier raus» erzielte nach einigen Jahren Pause historische Höchstquoten. Auch der Casting-Dauerbrenner «Deutschland sucht den Superstar» lief gut, ganz zu schweigen vom Tagesprogramm, das mit den sogenannten «Scripted Reality»-Formaten - Soaps, die den Anschein von Dokumentationen erwecken - überzogen ist, zum Beispiel «Familien im Brennpunkt» oder «Verdachtsfälle».

Doch dass RTL auch zu packen ist, bewies das späte zweite Halbjahr: Mit der quotenstarken, gemeinsam von Sat.1 und ProSieben produzierten Castingshow «The Voice of Germany» bliesen die Mitbewerber zur Aufholjagd. Auch das ZDF und die auf den letzten Thomas-Gottschalk-Metern ausgebrochene «Wetten, dass..?»-Euphorie zog das Interesse von RTL ab. Prompt verlor der Riese auch bei seinen Dauerbrennern wie «Das Supertalent» und «Bauer sucht Frau». Die Finalshows lagen deutlich unter ihren Vorjahreswerten.

Hinter ProSieben platzierten sich Vox mit unverändert 5,6 Prozent, Kabel eins mit 4,0 Prozent (3,9 Prozent), RTL II mit 3,6 Prozent (3,8 Prozent) und Super RTL mit unverändert 2,2 Prozent. Die dritten Programme der ARD sanken zusammengerechnet auf einen Marktanteil von 12,5 Prozent (13,0 Prozent). Die TV-Nutzung blieb auf konstant hohem Niveau: Im Durchschnitt sah jeder Zuschauer ab drei Jahren 224 Minuten fern am Tag.

Bei den jüngeren Zuschauern zwischen 14 und 49 Jahren, die von den Privatsendern bevorzugt angesprochen werden, fällt der RTL-Vorsprung deutlicher aus als beim Gesamtpublikum ab drei Jahren: In dieser Zielgruppe kommt der Sender auf 18,5 Prozent Marktanteil (plus 0,4 Prozentpunkte). Dahinter liegen die Konkurrenten ProSieben mit 11,7 Prozent (11,6 Prozent) und Sat.1 mit 10,6 Prozent (10,7 Prozent). Die öffentlich-rechtlichen Anbieter verloren dagegen in diesem Alterssegment noch einmal: Die ARD kam auf 6,6 Prozent (7,3 Prozent) und das ZDF auf 6,2 Prozent (6,7 Prozent).

Sie landeten damit noch hinter dem RTL-Schwestersender Vox, der auf 7,4 Prozent (7,7 Prozent) nachgab. Kabel eins erreichte 6,1 Prozent (6,2 Prozent), RTL II 5,6 Prozent (6,0 Prozent) und Super RTL 2,4 Prozent (2,3 Prozent).

dpa

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Dirigent Christian Thielemann rät dem Musikernachwuchs zu mehr Gelassenheit. Bei guten Leuten komme die Karriere sowieso, sagte der 52-Jährige im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

29.12.2011

Die Hamburger Elbphilharmonie kostet die Steuerzahler vorerst wohl nicht mehr. «Es gibt keine Nachforderungen über 180 Millionen Euro», sagte Hochtief-Sprecher Bernd Pütter am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa.

28.12.2011

Nach seinem überraschenden vorzeitigen Abschied als Chefregisseur der Oper Leipzig rechnet Peter Konwitschny mit der städtischen Kulturpolitik ab.

28.12.2011