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Kultur Stehende Ovationen für die Stepptänzer
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12:34 10.02.2019
Von Thomas Richter
„Heartbeat of Home“ gastiert in Kiel. Quelle: Björn Schaller
Kiel

Das Erfolgsrezept wurde kaum verändert. Als Grundlage für die nach wie vor staunenswerte Verbindung von irischen, lateinamerikanischen und afro-kubanischen Tänzen dient erneut die mystisch umnebelte Geschichte irischer Auswanderer: Der Abschied von der Insel, der hoffnungsvolle Aufbruch vorzugsweise nach Amerika, die Begegnung mit anderen Kulturen aber auch das Heimweh und die Heimkehr zur grünen Insel.

„Show der Superlative“ auf Sparflamme

Im Vergleich zum Original scheint die Show, die bereits 2013 Weltpremiere im Dubliner Bord Gáis Energy Theatre feierte, allerdings eine Nummer kleiner. Das Spektakel ist zwar mitreißend, das „Markenzeichen“, die rasanten, mit perfekter, akrobatischer Körperbeherrschung vorgetragenen Stepptanz-Nummern verblüffen wie eh und je. Und die Verbindung des traditionellen Stepptanzes mit Flamenco, Tango, Salsa und Hip-Hop ist zweifelsohne sehenswert. Dennoch kochte die angekündigte „Show der Superlative“ ein wenig auf Sparflamme. Anders als die Zuschauer. Diese durften bis zu über 100 Euro für ein Ticket bezahlen.

Die großen Tutti gab es zu selten

Abgesehen von den besonders im zweiten Teil recht gelungenen Video-Projektionen gab im Prinzip nur ein Bühnen-Element. Eine bewegliche Treppe, die um 180 Grad gedreht als Stahlträger diente und damit das Fundament für eine der stärksten Szenen des Abends bildete. Inspiriert durch das weltberühmte Foto „Lunch atop a Scysraper“ von 1932 adelte diese humoristische Steppnummer den „Amerika“-Teil“ der Show. Allerdings waren auch hier nur etwa ein Drittel der Tänzer auf der Bühne. Die großen Tutti gab es zu selten, nur als Auftakt und Ende eines der beiden Show-Teile.

Dazwischen Soli, einige Pas de deux, kleinere Gruppen und zwei Solo-Nummern, bei denen Mark Alfred, musikalischer Leiter und Schlagzeuger der Show, sein Können mit der Bodhrán unter Beweis stellte. Zudem gab es eine lange Sequenz,  die den Zuschauer auf den Schwingen einer gewaltigen „Filmmusik“ durch die computeranimierte Projektion des amerikanischen Westens führte. Das war Kino, nicht Tanz.  

Die Musik war packend

Die Musik des renommierten Komponisten Brian Byrne aber war packend. Eine sechsköpfige Liveband  interpretierte die unterschiedlichen Musik-Genres von traditionell bis modern mit viel Esprit und illustrierten die Emotionen und Themen damit sehr eindrücklich. Da, wo es zu wuchtig (und in der Halle etwas zu laut) wurde, half man mit vorproduzierten Sounds nach. Das machte aber nichts. Auch die von der Tänzerin Kayla  Lomas-Kirton live vorgetragenen Songs waren wirklich gelungen, hatten Tiefe und ein fein dosiertes Pathos.

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