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Kultur „Rock my Heart“ – Die Kraft der zwei Herzen
Nachrichten Kultur „Rock my Heart“ – Die Kraft der zwei Herzen
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00:00 27.09.2017
Das Pferd, das es wert ist: Rock my Heart mit Paul (Dieter Hallervorden) und Jana (Lena Klenke). Quelle: Foto:Wild Bunch
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Hannover

Jana lässt sich ungern einschränken, stößt aber ständig an körperliche Grenzen. Ein angeborener Herzfehler macht ihr das Dasein schwer. Gerät die Pumpe aus dem Tritt, wird’s schnell lebensbedrohlich. Eine Herz-OP in einer Brüsseler Spezialklinik könnte helfen. Aber die 17-Jährige hat von Behandlungen die Nase voll. Jana will nicht.

Das Preisgeld könnte den Rennstall sanieren

as Hauptproblem von Paul Brenner ist dagegen finanzieller Natur. Der Pferderennstallbesitzer steht kurz vor dem Ruin. Seine letzte Hoffnung ist ein Dreijähriger. Aber es wird schwer, dessen Potenzial zu nutzen. Sich bändigen lassen? Rock My Heart will nicht.

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Der Name des Pferdes deutet schon an, dass das Tier und der herzkranke Teenager eine Verbindung eingehen werden. Und so kommt’s denn auch, als ein vager Traum Jana in die Nähe des Rennstalls führt. Rock My Heart lässt sie an sich ran – und Paul, dem Jana ihr Leiden verschweigt, wittert Morgenluft. Er treibt das Gespann immer weiter an. Schließlich winkt bei einem wichtigen Derby ein Preisgeld, das ihn sanieren würde.

Eigensinnige Hauptcharaktere wirken intensiv zusammen

Ein Reitstall, der gerettet werden muss, und ein Ross, das nur schwer zu bändigen ist, sind nicht unbedingt die originellsten Handlungsmotive einer Pferdeoper. Auch der offensive Einsatz gefühliger Songs ist nichts Neues im Genre. Zudem weicht die Story bisweilen weit vom Pfad der Glaubwürdigkeit ab. Unwahrscheinlich etwa, dass Janas Mutter (Annette Frier) einen Klinikplatz klarmacht, ohne zumindest ihren Mann (Michael Lott) zu informieren.

Dass der Film von Hanno Olderdissen dennoch ein hohes Maß an Wahrhaftigkeit ausstrahlt, liegt am intensiven und emotionsgeladenen Zusammenwirken seiner eigensinnigen Hauptcharaktere. Dabei verleiht Dieter Hallervorden, der seit seinem Auftritt als Marathon-Oldie in „Sein letztes Rennen“ wieder gut im Kinogeschäft ist, dem Antreiber Paul die nötige No-Nonsense-Attitüde. Schön, dass ihm Lena Klenke („Fack ju Göhte“) als Jana, die durch ihre harte Arbeit mit Rock My Heart neuen Lebensmut findet (und deren Leiden hier keineswegs auf die leichte Schulter genommen wird), darstellerisch in nichts nachsteht.

Von Jörg Brandes / RND