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Kultur Traum von Pool und Badenudel
Nachrichten Kultur Traum von Pool und Badenudel
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08:08 25.10.2019
Von Thomas Richter
Szene aus „Romys Pool“ mit (v. re.) Anna Schneider (Anne Rohde), Günni, ihr Sohn (Harald Fiedler Michelle) und Annas Enkelin (Britta Poggensee). Quelle: Cynthia Rennenberg
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Kiel

Ausschnitte allerdings verraten der Regisseurin, „dass über den Film tatsächlich ein wenig die Zeit hinweggezogen ist.“ Die Bilder seien natürlich fantastisch, Romy Schneider entzückend. Aber die ins Unglück führenden Beziehungs-Konflikte des Streifens scheinen ihr aus heutiger Sicht dann doch nicht mehr ganz plausibel, so Dietmair.

Die kleine Flucht aus dem Alltag

Ganz anders verhält es sich im Stück mit Anna, der verwitweten Besitzerin einer Frühstückspension. Sie schwärmt von dem Streifen und träumt, seit sie ihn das erste mal gesehen hat, von einem eigenen Pool. „Es war ihre Generation, der Film und der Pool symbolisierten für sie die kleine Flucht aus dem Alltag. Einfach mal abtauchen aus einer Welt, die nur aus Arbeit und Verpflichtungen besteht“, erklärt die Regisseurin die Motivation ihrer Protagonistin.

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Als Annas Sohn es dann für angebracht hält, die ein wenig vergesslich gewordene alte Dame in ein Pflegeheim zu stecken und sich am liebsten auch noch ihr Haus unter den Nagel reißen würde, startet sie noch einmal durch und beginnt mit tatkräftiger Hilfe von Altenpflegerin Ines, ihren Traum vom Pool in die Tat umzusetzen.

Unsentimental und leicht erzählt

An dem Stück des Österreichers Stefan Vögel, dessen Komödien "Bella Donna" und "Fründschaftsspill" zuletzt in Kiel zu sehen waren, gefällt Dietmair die Art, „wie unsentimental und leicht“ er seine Geschichte erzähle. Dabei freue sie sich besonders über, „diese typisch österreichische Art, gemein zu sein.“ Es sei „einfach herzerfrischend, wie einige Figuren die übelsten Dinge mit dem freundlichsten Lächeln der Welt über die Lippen bringen. Da, wo einem Außenstehenden die Spucke wegbleiben würde, nehmen sie selbst ihre Taten als größte Selbstverständlichkeit und haben nie das Gefühl, etwas Falsches zu tun.“ Und wie bekommt man nun das titelgebende Wasserbecken auf die Bühne? Dazu verrät Karen Dietmair nur soviel: „Es wird einen Pool und eine Badenudel geben.“

Premiere am Freitag,, 25. Oktober, 20 Uhr, Theater am Wilhelmplatz. www.niederdeutschebuehne-kiel.de

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