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14:16 07.05.2019
Von Ruth Bender
Das Festival-Team (v.li.): Britta Voss, Daniel Krönke, Anouschka Breuer und Arne Sommer. Quelle: Ruth Bender
Kiel

Start also am Donnerstag im Innenhof: "Mann auf Blau" heißt der jüngste Film des Eckernförders Friedrich Tiedtke, der seit 2017 in Babelsberg Film studiert. Von Christian Mertens ("Peter Nagel") ist ein Musikvideo für das Hamburger Singer/Songwriter-Duo Liza und Kay zu sehen. Und Paula Schwabe steuert den poetischen Animationsfilm "Under the Sea" bei.

25 Produktionen werden im Filmfest gezeigt

Wenn Arne Sommer den starken Filmjahrgang lobt, gilt das nicht nur für den traditionell in Schleswig-Holstein starken Dokumentarfilm, sondern auch für die Kurzfilme. Insgesamt 25 Produktionen haben Sommer, Daniel Krönke vom Verein Kulturelle Filmförderung, Filmemacher Helmut Schulzeck sowie Julia Gläsker, Anouschka Breuer und Susanne Schwertfeger für das Filmfest ausgewählt.

Zum Auftakt am 9. Mai ein Hochschultag

Und das läuft, nachdem man es 2018 zum Sparprogramm an zwei Tagen komprimiert hatte, nun wieder einen Tag länger und wartet mit ein paar Neuerungen auf, die das kleine, feine Filmfest aus der Pumpe in den Stadtraum und darüber hinaus tragen wollen. Das beginnt mit dem Hochschultag am 9. Mai, an dem Muthesius Kunsthochschule, die Kieler Universität und die Fachhochschule sowie die Hochschule Flensburg erstmals Einblick in ihr jeweiliges Film- und Medienschaffen geben.

Es zählt der Netzwerkgedanke

„Wir möchten damit auch den Austausch anregen“, so die Festivalmacher. Und überhaupt ist der Netzwerkgedanke wegweisendes Stichwort. In der Lounge will man die Filmemacher untereinander, aber auch mit dem Publikum ins Gespräch bringen. Und schon vorab hat der Verein Filmkultur Schleswig-Holstein alle übrigen Kieler Kinos zum „Luschern“ eingebunden: Die Reihe will über Woche bis zum Filmfest täglich in einem anderen Kino Appetit machen auf Filme um und aus Schleswig-Holstein. „Wir wollen Kinogänger von ihren Stammkinos zum Filmfest locken“, sagt Britta Voss vom Verein Filmkultur Schleswig-Holstein.

Knetmännchen-Animation aus Flensburg

Das Festival hat Aufstrebendes im Programm wie die Knetmännchen-Animation "Milchmänner" aus Flensburg, gerade mit dem Filmförderpreis des Next Generation „Short Tiger“ Award ausgezeichnet und demnächst in Cannes zu sehen.

Die Kieler Dokumentarfilmer Quinka Stoehr und Fredo Wulf haben dem Leben in zwei Städten nachgespürt und zeigen mit Neumünster Album und Flensburger Welt Geschichten gleich zwei neue Filme. Hille Nordens "Khello Brüder" sind erneut zu sehen. Der Esel hieß Geronimo spürt dem Versuch nach, die Ochseninsel in der Flensburger Förde zu bewohnen und zu bewirtschaften. Und mit Land unter Mär über ein Quartett, dass sich nach einem Deichbruch auf das Dach eines Hauses rettet, ist der Kieler Animationsfilmer Michael Zamjatnins wieder zu entdecken.

Hier sollen sich Lokal und Global verbinden

„Wir zeigen ein Programm, in dem sich Lokal und Global verbinden“, sagt Arne Sommer und stellt die Bezüge ins Land auf vielfältige Weise her. Rainer Komers, deutscher Filmpreisträger und immer wieder von der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein gefördert, liefert mit "Barstow, California" anhand der Geschichte des wegen Mordes inhaftierten Dichters Stanley „Spoon“ Jackson ein Porträt von der Kehrseite des amerikanischen Traums. Manchmal reicht auch die Universalität eines Themas, wie in Annekatrin Hendels "Schönheit und Vergänglichkeit" über den Berliner Türsteher und Fotokünstler Sven Marquardt – ein Porträt, dass zur Zeitreise in die DDR vor dem Mauerfall wird.

Viola Rusche und Hauke Harder setzen in "To B or to B flat" über Boudewijn Buckinx ihre Komponistenporträtserie zur neuen Musik fort. Und "Aus einem Jahr der Nichtereignisse" beobachtet im Schmalfilm den Alltag eines greisen norddeutschen Bauern.

Zwei Preise werden am Sonnabend vergeben

„Solche Filme können jungen Filmemachern auch zeigen, wie es weitergehen kann nach dem ersten Kurzfilm“, sagt Daniel Krönke. Zum guten Schluss hat das Festival zwei Preise zu vergeben, darunter der von der PSD Bank gesponserte Publikumspreis für den beliebtesten Kurzfilm und der Langfilmpreis SH, der erstmals im Gedenken an die langjährige Leiterin des Kommunalen Kinos in der Pumpe als Gesa-Rautenberg-Preis vergeben wird.

Erst mal luschern:

Die Reihe „Luschern“ macht Appetit auf das Filmfest. Heute, 7. Mai, 20 Uhr, lädt die Hansa48 zum Kurzfilmabend, morgen, 8. Mai, zeigt das Traum Kino ab 20 Uhr, „Another Day of Life“.

Das Filmfest läuft vom 9. bis 11. Mai im Kino in der Pumpe, Haßstraße 22. Eröffnung, Do., 9. Mai, 20 Uhr; Open Air Event mit Kurzfilmen, Streetfood und Preisverleihung des Hochschultags. Davor Hochschultag ab 11.30 Uhr.

Fr., 10. Mai, fünf Programme ab 14 Uhr. Sa., 11. Mai, vier Programme ab 14 Uhr. Finale 20 Uhr: Kurzfilmabend mit Preisverleihung.

In der Filmlounge ist außerdem für die Dauer des Festivals mit VR-Brille die 360-Grad-Produktion „Löwenherz“ zu sehen. Kartenreservierung: Tel. 0431/2007650. Programm unter www.filmfest-sh.de

Produktionen beim 23. Filmfest Schleswig-Holstein
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