Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Kultur Irischer Wirbelsturm im Orange Club
Nachrichten Kultur Irischer Wirbelsturm im Orange Club
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:38 01.11.2019
Von Kai-Peter Boysen
Ryan Sheridan ist ein aus dem County Monaghan stammender irischer Sänger, Songwriter und Gitarrist. Am Donnerstag spielte er in Kiel.  Quelle: Michael Kaniecki
Kiel

Im letzten Jahr war Ryan Sheridan als Support von Rea Garvey bereits in die Playlists vieler Fans gerutscht, jetzt darf sein Landsmann John Doherty alias Little Hours den Auftakt des Sheridan-Konzerts bestreiten. Doherty hat eine gute Stimme, es mit seinen ruhigen Songs zur Gitarre oder am Piano aber im Orange Club in Kiel schwer, gegen den Plauderpegel im Hintergrund anzusingen. Erst als er eine temporeduzierte Version von Michael JacksonsBillie Jean“ ohne Verstärkung am Bühnenrand singt, wird ihm die volle Aufmerksamkeit zuteil.

Duracell-Hasen, Muppets-Tier und Trommelwirbelwind im Orange Club

Der wohl vom Gros des Kieler Publikums erwartete Tritt aufs Gaspedal erfolgt dann durch Sheridan und seinen Cajón- und Schlagzeugbearbeiter Nolan. Beim fulminanten ersten Instrumentalstück erlebt man nicht nur den ausgesprochen perkussiven gedämpften und vor allem schnellen Anschlag von Ryan Sheridan, sondern auch den zwischen Duracell-Hasen, Muppets-Tier und Trommelwirbelwind anzusiedelnden Ronan Nolan. Der bearbeitet sowohl das Cajón als auch die Schlagzeugbecken mit den Händen, seine Füße sind natürlich nicht minder rhythmisch involviert.

So vergehen keine zwei Minuten, um das Publikum im Orange Club in Kiel auf Betriebstemperatur zu bringen für den ersten Song "Stay" zu machen. Der 37-jährige Ire Ryan Sheridan hat offensichtlich ne Menge guter Songs im Gepäck, so kann er es sich leisten, mit "Jigsaw" gleich den nächsten Hit nachzuschieben. Ein Jeans-und-Cap-Typ mit angenehmer Singstimme für knackig-wuchtig angeschlagene, eingängige Folk-Popsongs, der auch noch sympathisch und witzig moderiert; keine Frage, der Mann ist der geborene Entertainer. Kein Wunder, stammt er doch aus einer typisch irischen musikalischen Familie, konnte mit drei Jahren tanzen, dann Geige spielen, war mit 15 Jahren bereits mit der "Riverdance"-Produktion auf Welttournee, Schauspieler am Broadway und brachte sich ganz nebenbei das Gitarrenspiel bei.

Ryan Sheridan steigt in Kiel auf den Tresen

Und doch zog es Ryan Sheridan wieder zurück nach Irland, wie er vor der Ballade "Home" berichtet. Den Song spielt er nicht nur auf der Bühne, sondern steigt auf den Tresen des Merchandise-Stands, um die Fans hinten im Saal zu bespielen. Nette Geste, aber auch schon vorher sang man dort frenetisch Songs wie "Blew My Mind" oder "Call My Name" mit. Besonders das "Oh oh-ohoho" aus "I‘m Alive" hat es dem Publikum angetan, es wird vor der Zugabe aus dem Nichts angestimmt, die Künstler können nicht anders als in den Song einzustimmen. Ein Konzert, das in Erinnerung bleibt – nicht nur, aber auch wegen der großartigen eingestreuten Rhythmusduelle zweier Vollblutmusiker im Superhit "Dreamer". Wie sagen beide doch so gern? "Hammer!"

Weitere Nachrichten aus der Kultur finden Sie hier.

Die Mandoki Soulmates geben ein ausverkauftes Konzert in der Hamburger Laeiszhalle. Die Mischung aus Prog-Rock und Jazz begeisterte die Fans.

01.11.2019

Eine amerikanische Musikprofessorin hat eine Kompaktkassette mit zwölf bisher unveröffentlichten Liedern von Lou Reed gefunden – bestimmt waren die Songs offenbar für Andy Warhol.

06.12.2019

Um Geld für die Krebsforschung zu sammeln, versteigert Schauspielerin Olivia Newton-John ihr Kultoutfit aus „Grease“. Bis zu 200.000 US-Dollar könnte das Outfit einbringen.

31.10.2019